Hunderte Finanzberater haben die UBS in den vergangenen Monaten verlassen. Der Grund: ein umstrittener Umbau des Vergütungsmodells im US-Geschäft. Ausgerechnet jetzt, kurz vor den Quartalszahlen, wirft das ein Schlaglicht auf die Schwachstelle der Bank in Amerika.
US-Geschäft verliert Berater
Die „Financial Times“ berichtet über die Personalprobleme im Wealth Management der UBS. Unter der Leitung von Rob Karofsky hat die Bank ihr Vergütungsmodell für Finanzberater grundlegend umgebaut. Die Folge: Zahlreiche Berater kehrten dem Institut den Rücken.
Das trifft die UBS an einer empfindlichen Stelle. Ihr US-Geschäft lebt von langjährigen Kundenbeziehungen, die erfahrene Berater über Jahre aufgebaut haben. Verliert die Bank diese Berater, drohen auch die Kunden abzuwandern.
Hinzu kommt regulatorischer Druck. Vorgeschlagene Schweizer Kapitalregeln könnten die Kosten für das US-Geschäft der UBS erhöhen. Das passiert genau in der Phase, in der die Bank versucht, zu Rivalen wie Morgan Stanley aufzuschließen.
Zahlen und Kurs vor dem 29. Juli
Am 29. Juli legt die UBS ihre Zahlen für das zweite Quartal vor. Analysten erwarten im Konsens einen Gewinn je Aktie zwischen 0,85 und 0,90 US-Dollar.
Die Aktie schloss am Freitag bei 46,13 Euro, ein Minus von 1,43 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von rund 16 Prozent zu Buche. Die Berater-Meldungen dürften den leichten Rücksetzer zum Wochenschluss mit ausgelöst haben.
Credit-Suisse-Integration läuft weiter
Parallel zu den Personalproblemen in den USA macht die UBS bei der Integration der ehemaligen Credit Suisse Fortschritte. Ab dem 4. September 2026 werden die „Credit Suisse High Yield Credit“-Fonds in „UBS Asset Management High Yield Credit“-Fonds umbenannt.
Die operative Migration von rund 1,2 Millionen CS-Kundenbeziehungen war bereits im März 2026 abgeschlossen. Jetzt geht es um die Stilllegung der alten IT-Infrastruktur. Die Bank will diesen Schritt bis Ende 2026 weitgehend abschließen.
Die kommenden Wochen entscheiden, wie stark die Berater-Abwanderung das US-Geschäft tatsächlich belastet. Am 29. Juli liefern die Quartalszahlen erste konkrete Antworten darauf, ob sich die Personalprobleme bereits in den Ergebnissen niederschlagen.
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