Eine der letzten großen Rechtsstreitigkeiten aus dem Credit-Suisse-Erbe findet ihr Ende. UBS hat sich über die von ihr übernommenen CS-Gesellschaften mit dem australischen Versicherer IAG geeinigt — nur wenige Tage vor dem geplanten Prozessauftakt vor einem australischen Gericht.
Im Streit ging es um Forderungen von rund 2,8 Milliarden australischen Dollar, umgerechnet etwa 1,6 Milliarden Franken, zuzüglich Zinsen. Die Credit Suisse-Lieferkettenfonds hatten diese Summe von der ehemaligen IAG-Tochter BCC Trade Credit als Versicherungsleistung eingefordert.
IAG lehnte die Ansprüche ab und verwies darauf, BCC bereits verkauft zu haben. Zu den Konditionen der nun erzielten Einigung äußerten sich beide Seiten nicht — die Details bleiben vertraulich.
Ein Kapitel aus dem Greensill-Debakel schließt sich
Der Fall reicht zurück auf den Zusammenbruch der Greensill Capital des Financiers Lex Greensill. Die Credit Suisse hatte 2021 in dessen Folge Lieferkettenfonds mit einem Vermögen von rund 10 Milliarden Dollar einstellen müssen — einer der schwersten Reputationsschäden der Bank vor ihrem Untergang.
Seither arbeitet UBS die daraus entstandenen Klagen systematisch ab. IAG hatte sich bereits im Frühjahr mit weiteren Klägern verständigt, offen bleibt nun noch ein Verfahren mit der Investmentgesellschaft White Oak.
Für UBS dürfte die Einigung nicht folgenlos bleiben: Die Beilegung soll nach Angaben einer mit der Sache vertrauten Person Eingang in die Berichterstattung zum dritten Quartal finden. Wie stark sich das auf die Zahlen auswirkt, ließ die Bank offen — sie begrüßte den Vergleich lediglich als Bestätigung ihres Ziels, Altlasten „zügig und im besten Interesse ihrer Stakeholder“ zu klären.
Für IAG selbst bleibt die Sache nach eigenen Angaben ohne materiellen Effekt auf die Finanzrechnung. Für UBS zählt vor allem eines: Ein weiteres Kapitel der Greensill-Aufarbeitung ist geschlossen, bevor es vor Gericht öffentlich verhandelt werden musste.
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