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UBS Aktie: Ermotti kritisiert Kapitalvorgabe

Der Ständerat befürwortet höhere Kapitalauflagen; Nationalrat und mögliche Zusammenschlüsse bleiben zentrale offene Punkte.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ständerat stimmt für 90 Prozent CET1
  • Ermotti kritisiert geplante Kapitalvorgaben
  • Nationalratsentscheid frühestens Ende 2026
  • Acht Banken sollen Interesse signalisiert haben

Die Schweizer Großbank UBS blickt auf richtungweisende Monate. Nach dem Beschluss des Ständerats über verschärfte Eigenkapitalregeln vor gut einer Woche steht die strategische Ausrichtung des Instituts im Brennpunkt. Marktbeobachter und Politik diskutieren gleichermaßen über Standortfragen und mögliche Konsolidierungsszenarien. Im heutigen Handel gibt die Aktie der Bank um 1,2 Prozent auf 42,53 Euro nach.

Streit um Milliarden an CET1-Kapital

Im Zentrum der Debatte stehen strengere Vorschriften für das internationale Geschäft. Der Schweizer Ständerat hatte sich vor gut einer Woche mit 29 zu 16 Stimmen dafür ausgesprochen, ausländische Tochtergesellschaften der UBS künftig mit 90 Prozent CET1-Kapital zu unterlegen.

UBS-CEO Sergio Ermotti kritisierte diese Quote und sprach sich gegen den Entwurf aus, um eine moderatere Regelung zu erreichen.

Rückendeckung erhielt der parlamentarische Vorstoß hingegen von den Währungshütern. Antoine Martin, Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbank, bezeichnete eine Unterlegung von 90 Prozent für ausländische Einheiten als eine gute Höhe.

Das Gesetzgebungsverfahren ist damit jedoch keineswegs abgeschlossen. Die Vorlage wandert als Nächstes in den Nationalrat, wobei ein endgültiger Entscheid frühestens Ende 2026 oder wahrscheinlicher erst im Verlauf des Jahres 2027 erwartet wird.

Fusionsspekulationen und politische Signale

Die Diskussionen um die Eigenkapitalauflagen zogen rasch weitere Kreise. Bereits am 17. September hatte UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher betont, die Bank müsse einen Verbleib in der Schweiz sorgfältig prüfen, falls die neuen Bestimmungen ihre Wettbewerbsfähigkeit schwächen sollten.

Dieser Option trat die Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter am Samstag öffentlich entgegen. Sie hält einen Wegzug der UBS für unwahrscheinlich, da ein derartiger Schritt teurer wäre als die Erfüllung der Kapitalauflagen und erhebliche rechtliche Hürden mit sich brächte.

Für zusätzliche Spekulationen sorgten am Sonntag Medienberichte, nach denen mindestens acht ausländische Banken Interesse an einer Fusion oder Kombination mit der UBS signalisiert hätten. Laut der Nachrichtenagentur Reuters lehnte die Schweizer Großbank eine Stellungnahme zu diesen Berichten ab.

Eine Bestätigung für konkrete Annäherungen existiert nicht. Bis zur Entscheidung im Nationalrat dürften die politischen Rahmenbedingungen die Bewertung des Instituts weiterhin maßgeblich begleiten.

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