Die UBS steht vor einem dichten April: Hauptversammlung, Verwaltungsratsumbau und eine Entscheidung des Schweizer Bundesrats über neue Kapitalanforderungen fallen zeitlich zusammen. Der Bankkonzern präsentiert sich dabei mit starken Zahlen — und gleichzeitig erheblicher regulatorischer Ungewissheit.
Starke Ergebnisse, klare Ausschüttungspläne
Das finanzielle Fundament ist solide. UBS erzielte 2025 einen Nettogewinn von 7,8 Milliarden US-Dollar, die verwalteten Gruppenanlagen überstiegen erstmals die Marke von sieben Billionen Dollar. Der Verwaltungsrat schlägt auf der Hauptversammlung am 15. April eine Dividende von 1,10 US-Dollar je Aktie vor — ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ergänzt wird das durch ein weiteres Aktienrückkaufprogramm von rund drei Milliarden Dollar für 2026.
Die CS-Integration läuft planmäßig: 85 Prozent der Schweizer Kundenkonten sind bereits migriert, die kumulierten Kosteneinsparungen belaufen sich auf 10,7 Milliarden Dollar.
Regulatorische Entscheidung mit Milliarden-Tragweite
Trotz dieser Ergebnisse notiert die Aktie rund 19 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau — der Kurs liegt deutlich unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 37,36 Euro. Der Markt preist vor allem die regulatorische Unsicherheit ein.
Der Schweizer Bundesrat will voraussichtlich im April entscheiden, wie viel zusätzliches Kapital UBS als systemrelevante Großbank vorhalten muss. Diskutiert werden Anforderungen von bis zu 26 Milliarden Dollar. Nach eigenen Berechnungen der Bank würden die Vorschläge netto zu einem Anstieg von 18 Milliarden Dollar an vorzuhaltendem Kapital führen — nach Anrechnung möglicher Reduktionen bei AT1-Anleihen. Damit steht das mittelfristige RoCET1-Ziel von 18 Prozent bis 2028 unter Druck.
Dass institutionelle Investoren die Lage unterschiedlich einschätzen, zeigen aktuelle Pflichtmitteilungen: Wellington Management erhöhte seinen Anteil im dritten Quartal um rund 255 Prozent auf 63,7 Millionen Aktien, während Dodge & Cox sein Engagement reduzierte.
Neues Gesicht im Aufsichtsgremium
Parallel zur finanziellen Agenda steht ein substanzieller Umbau des Verwaltungsrats an. UBS nominiert Agustín Carstens, den früheren Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, sowie Luca Maestri, langjähriger CFO bei Apple. Beide sollen die Expertise des Gremiums in Regulierung, Geldpolitik und Finanzsteuerung stärken.
Gleichzeitig scheiden drei langjährige Mitglieder aus: William C. Dudley, Jeanette Wong und Vizepräsident Lukas Gähwiler, der nach 45 Jahren Bankenkarriere in den Ruhestand tritt.
Die Hauptversammlung am 15. April wird damit zum ersten großen Stimmungstest nach dem Jahresabschluss — kurz bevor der Bundesrat seine Kapitalentscheidung trifft. Wie die Bank auf verschärfte Anforderungen reagiert und ob das neue Verwaltungsratsteam das Vertrauen der Aktionäre gewinnt, dürfte den Kurs in den Wochen danach maßgeblich beeinflussen.
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