Die Schweizer Großbank UBS stellt ihre technische Infrastruktur im Wertpapierhandel grundlegend neu auf. Gestern teilte das Institut mit, dass BT International mit der weltweiten Modernisierung der Kommunikationssysteme beauftragt wurde.
Das Vorhaben führt zwanzig bisher getrennte Handelsplattformen zu einer zentralen Lösung zusammen, die vollständig in Microsoft Azure betrieben wird. Die Umstellung erstreckt sich über 17 Länder und bindet bereits mehr als 2.400 Händler in die neue Umgebung ein.
Das System stellt verschlüsselte Sprachdienste, Aufzeichnungsmechanismen und umfassende Compliance-Werkzeuge bereit, wobei auch lokale Vorgaben zur Datensouveränität gewahrt bleiben sollen. Zugleich dient die Modernisierung als technologische Basis für künftige Automatisierungsschritte und KI-gestützte Auswertungen. Neben der Konsolidierung bestehender Systeme testet das Institut neue Abwicklungsformen im internationalen Zahlungsverkehr.
Blockchain-Testlauf mit Mizuho Bank
Parallel zu den Schritten im Handelsraum erprobt die Großbank den Einsatz digitaler Währungen. Gemeinsam mit der japanischen Mizuho Bank wurden bilaterale, grenzüberschreitende Zahlungen in Schweizer Franken und japanischen Yen auf dem blockchainbasierten Ledger-System von Swift getestet.
Swift hatte die entsprechende Pilotplattform im Juli 2026 gestartet, um Abwicklungen mit tokenisierten Einlagen rund um die Uhr zu ermöglichen. Der Probelauf umfasste die Bestätigung der technischen Anschlussanforderungen, Nachrichtenformate und Ausführungsprozesse.
Regulierungsdebatte erreicht den Nationalrat
Die operative Effizienz gewinnt vor dem Hintergrund anstehender Kapitalauflagen an Bedeutung. Vor gut einer Woche votierte der Ständerat dafür, dass Auslandstöchter der Bank künftig zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital unterlegt werden müssen, während der Bundesrat eine vollständige Unterlegung gefordert hatte. Die UBS beziffert den zusätzlichen Kapitalbedarf auf rund 16 Milliarden US-Dollar und verweist auf drohende Nachteile im internationalen Wettbewerb.
Die politische Auseinandersetzung verlagert sich in den kommenden Wochen in die zweite Parlamentskammer. Die zuständige Nationalratskommission berät den Entwurf voraussichtlich im Oktober und November, bevor die Vorlage in der Wintersession vom 30. November bis 18. Dezember 2026 im Nationalrat debattiert wird.
Dort liegt auch ein parlamentarischer Vorschlag für eine Quote von 75 Prozent vor. Weichen die Beschlüsse beider Kammern voneinander ab, schließt sich ein Differenzbereinigungsverfahren an.
Aktienkurs behauptet Jahresgewinne
An den Finanzmärkten behauptet sich der Titel trotz der offenen Regulierungsfragen. Am gestrigen Dienstag ging die Aktie mit einem Kursgewinn von 0,7 Prozent bei 43,05 Euro aus dem Handel. Gemessen am Niveau vor rund zwölf Monaten verzeichnet das Wertpapier damit ein Plus von 23 Prozent.
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