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UBS Aktie: Der Standort-Showdown!

Artisan Partners warnt vor Milliardenbedarf und Wertverlust; die UBS hält am Schweizer Hauptsitz fest, die Gesetzesvorlage bleibt offen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ständerat beschloss 90-Prozent-Kapitalunterlegung
  • UBS beziffert Mehrbedarf auf 16 Milliarden Dollar
  • Artisan schätzt möglichen Börsenwertverlust auf 36 Milliarden Dollar
  • UBS will weiterhin aus der Schweiz operieren

Ein prominenter Investor stellt die Heimat der größten Schweizer Bank offen infrage: Der US-Vermögensverwalter Artisan Partners fordert den Verwaltungsrat der UBS auf, die Schweiz wegen drohender schärferer Kapitalvorschriften zu verlassen.

Die Teams der Anlagegesellschaft verwalten zusammen mehr als 60 Millionen Aktien und halten damit über 1,8 Prozent des Kapitals der Großbank. Die seit 2015 engagierten Amerikaner bezeichnen die politischen Pläne als übermäßig und warnen vor gravierenden Nachteilen für die Aktionäre.

Milliardenschwere Belastung durch strengere Regeln

Auslöser der Intervention ist die Debatte über die künftige Regulierung des Instituts. Vor gut einer Woche beschloss der Ständerat eine Verschärfung, nach der Beteiligungen an ausländischen Töchtern zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital unterlegt werden müssen. Bislang liegt dieser Satz bei 45 Prozent, während der Bundesrat sogar eine vollständige Unterlegung von 100 Prozent ins Spiel gebracht hatte.

Nach Berechnungen von Artisan Partners müsste die Bank ihr hartes Kernkapital (CET1) durch die Neuregelung von 56 Milliarden auf 72 Milliarden US-Dollar aufstocken.

Die UBS selbst beziffert den zusätzlichen Kapitalbedarf bei der Variante der kleinen Parlamentskammer ebenfalls auf rund 16 Milliarden US-Dollar. Nach Ansicht des US-Investors entzieht diese Vorgabe den Eignern erhebliche Mittel, die in anderen Ländern ertragreicher eingesetzt werden könnten.

Kritik an entgangenem Börsenwert

Artisan rechnet vor, dass das zusätzlich gebundene Kapital in Rechtsordnungen mit weniger restriktiven Regeln eine Eigenkapitalrendite von 15 Prozent erwirtschaften könnte. Dies entspräche einem jährlichen Nettoeinkommen von 2,4 Milliarden US-Dollar. Bei einer Bewertung mit dem 15-fachen Gewinn beziffert der Investor den entgangenen Börsenwert auf 36 Milliarden US-Dollar.

Das Institut verliert aus Sicht des Aktionärs damit rund 23 Prozent seines aktuellen Unternehmenswerts, sollte es am bisherigen Hauptsitz verbleiben. Die Schweiz sei unter diesen Rahmenbedingungen kein attraktiver Standort mehr für ein weltweit aktives Finanzhaus.

Management verteidigt den Standort Schweiz

Die Bankspitze weist die Forderung nach einer Verlegung des Konzernsitzes zurück. Die UBS erklärte, sie wolle weiterhin erfolgreich als globale Bank aus der Schweiz heraus operieren. Zugleich setzt sich das Management für eine zielgerichtete, verhältnismäßige und international abgestimmte Regulierung ein.

Das Gesetzespaket ist noch keineswegs beschlossen. Nach dem Votum des Ständerats geht die Vorlage an den Nationalrat. Laut Bloomberg wird eine endgültige Entscheidung der Schweizer Bundesversammlung voraussichtlich nicht vor 2027 fallen.

An den Märkten sorgte die Debatte für verhaltene Reaktionen. Gestern gab das Papier um 0,9 Prozent auf 42,68 Euro nach. Trotz der politischen Unsicherheiten verzeichnet der Titel seit Jahresanfang ein Kursplus von 7,3 Prozent. Bis zu einer parlamentarischen Klärung dürfte die Diskussion um die Kapitalausstattung die Bewertung des Finanzkonzerns jedoch weiter begleiten.

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