UBS meldet sich diese Woche gleich mit zwei bemerkenswerten Einschätzungen zu Wort – einmal zu einer spanischen Bankaktie, einmal zur Zinspolitik der eigenen Notenbank. Für die Schweizer Großbank ist das mehr als Routine-Research: Es zeigt, wie das Haus seine Analysekompetenz über Grenzen hinweg einsetzt.
Kaufempfehlung für CaixaBank
Die Analysten von UBS stufen die spanische CaixaBank von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und heben das Kursziel von 12,40 auf 14,90 Euro an. Gemessen am Schlusskurs von 13,22 Euro ergibt sich daraus ein Aufwärtspotenzial von knapp 13 Prozent. Begründet wird der Schritt mit einem geschrumpften Bewertungsaufschlag gegenüber der Konkurrenz – obwohl CaixaBank im spanischen Heimatmarkt schneller wächst als die Rivalen.
Solche Einzeltitel-Calls sind für UBS Tagesgeschäft, unterstreichen aber die Reichweite der Research-Abteilung weit über den Schweizer Heimatmarkt hinaus.
Zinsprognose für die Schweiz
Auf der Makroseite sorgt UBS derweil für Diskussionsstoff bei der Frage, wann die Schweizerische Nationalbank von ihrem Nullzins abrückt. Die Bank hatte ursprünglich mit einer ersten Anhebung im Juni 2027 gerechnet. In einer aktuellen Einschätzung verweisen die UBS-Ökonomen jedoch auf einen schwächeren Franken sowie erhöhte Ölpreise und robuste US- und Euroraum-Konjunktur – Faktoren, die einen früheren Zinsschritt wahrscheinlicher machen könnten.
Der Franken hat seit der letzten SNB-Sitzung im Juni mehr als 2 Prozent gegenüber dem Euro und mehr als 1 Prozent gegenüber dem Dollar verloren. Die UBS-Ökonomen halten es zwar für unwahrscheinlich, dass die Inflation in den kommenden zwölf bis achtzehn Monaten die 2-Prozent-Marke überschreitet, mahnen aber zur Vorsicht: Die SNB habe in der Vergangenheit wiederholt für Überraschungen gesorgt.
Ergänzend äußerte sich Maximilian Kunkel, Chefanlagestratege von UBS Deutschland, zuletzt zum heimischen Immobilienmarkt. Inflationsbereinigt lägen die Preise in Frankfurt und München noch immer bis zu 25 Prozent unter den Höchstständen von 2021 und 2022 – ein Hinweis darauf, dass der Preisrückgang der vergangenen Jahre trotz aktueller Stabilisierung nicht vollständig aufgeholt ist.
Zusammengenommen zeigen die drei Wortmeldungen ein Haus, das über Ländergrenzen hinweg aktiv Position bezieht – vom spanischen Bankensektor über die heimische Geldpolitik bis zum deutschen Immobilienmarkt. Ob die SNB tatsächlich früher als ursprünglich erwartet an der Zinsschraube dreht, dürfte sich in den kommenden Sitzungen zeigen.
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