Verhandlungen über Milliardenforderungen gehen in die Verlängerung
Die wirtschaftspolitische Kommission des Schweizer Ständerats (WAK-S) hat die Entscheidung über schärfere Eigenkapitalvorschriften für die UBS am heutigen Dienstag vertagt.
Im Zentrum der Beratungen steht ein Gesetzesentwurf, der von der Bank die Vorhaltung von zusätzlich rund 20 Milliarden US-Dollar an hartem Kernkapital (CET1) fordern könnte. Während der Bundesrat eine vollständige Unterlegung der Auslandstöchter mit hartem Eigenkapital anstrebt, lehnt die UBS diese Forderungen als exzessiv ab.
Medienberichten zufolge diskutiert die Kommission derzeit mögliche Kompromisse, um die Belastung für das Institut abzufedern. Statt der ursprünglich geforderten 100-prozentigen CET1-Unterlegung stehen Quoten von 75 oder 80 Prozent im Raum.
Der verbleibende Teil der Kapitalanforderungen könnte demnach durch sogenannte AT1-Anleihen erfüllt werden. Diese hybriden Instrumente gelten zwar als regulatorisches Eigenkapital, sind für Banken jedoch oft kostengünstiger als reines Kernkapital. Die Kommission wird die Beratungen am 31. August fortsetzen.
Strategische Bedeutung für den Finanzplatz
Die Debatte um die Kapitalisierung der UBS hat weitreichende Folgen für die Stabilität des Schweizer Finanzsektors. Kommissionsmitglied Hannes Germann betonte im Rahmen der Debatte die Notwendigkeit einer Abwägung, da Geschäfte ohne ein gewisses Risiko nicht möglich seien.
Dennoch bleibt das politische Ziel bestehen, die Sicherheit der nun deutlich vergrößerten Bank zu erhöhen. Der gesamte Gesetzgebungsprozess wird voraussichtlich nicht vor dem Jahr 2027 abgeschlossen sein, wobei eine Entscheidung im Parlament bis zum Ende des laufenden Jahres angestrebt wird.
An der Börse reagierten die Marktteilnehmer zurückhaltend auf die Nachricht der Vertagung. Die UBS-Aktie notiert heute bei 46,59 Euro und verzeichnet damit ein leichtes Minus von 0,21 Prozent.
Trotz der anhaltenden Diskussionen um die künftige Regulierung weist der Titel eine positive Tendenz auf: Seit Jahresbeginn konnte die Aktie bereits um 17,15 Prozent zulegen. Im Juli hatte das Papier an der Schweizer Börse zudem den höchsten Stand seit den Jahren 2007/08 erreicht.
Ausblick auf das weitere Verfahren
Nach der für Ende August geplanten nächsten Sitzung der WAK-S soll die Vorlage im September in den Ständerat eingehen. Die Politik steht vor der Herausforderung, eine Lösung zu finden, die den Schutz der Volkswirtschaft gewährleistet, ohne die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Bank zu untergraben.
Die UBS beharrt unterdessen auf ihrer Position, dass die vorgeschlagenen Kapitalanforderungen über das international übliche Maß hinausgingen und die Kreditvergabe sowie das Wachstum hemmen könnten.
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