Morgen legt UBS ihre Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Der Bericht kommt zu einem denkbar heiklen Zeitpunkt — mitten in einem offenen Kapitalstreit mit der Schweizer Regierung.
Bern fordert, UBS widerspricht
Am 22. April veröffentlichte der Bundesrat die finale Kapitaladäquanzverordnung. Parallel hält Bern an einem Gesetzesentwurf fest, der eine vollständige Kapitalunterlegung der ausländischen UBS-Töchter verlangt. Die Quote soll von 60 auf 100 Prozent steigen — ausschließlich mit hartem Kernkapital (CET1).
UBS beziffert den Gesamteffekt auf rund 22 Milliarden Dollar an zusätzlichem CET1-Kapital. Darin enthalten sind etwa 2 Milliarden Dollar aus der bereits beschlossenen Verordnung. Hinzu kommen rund 15 Milliarden Dollar, die UBS ohnehin noch im Zuge der Credit-Suisse-Integration aufbauen muss.
Die Bank hat scharf reagiert. Das vorgeschlagene Paket sei extrem, ignoriere internationale Standards und missachte die Bedenken der Mehrheit der Konsultationsteilnehmer. Sollten die Maßnahmen in Kraft treten, hätte das weitreichende Folgen für die Schweizer Wirtschaft — so die offizielle UBS-Einschätzung.
Parlamentsprozess läuft an
Entschieden ist noch nichts. Der Gesetzgebungsprozess dürfte mindestens bis ins nächste Jahr laufen. Ein Parlamentsausschuss hält seine erste Debatte am 4. Mai ab — nicht öffentlich. Die Regierung hat zudem signalisiert, bereits gemachte Zugeständnisse wieder zurückzunehmen, falls das Parlament den Entwurf zu stark abschwächt.
Kein Wunder, dass Anleger nervös sind. Die UBS-Aktie liegt seit Jahresbeginn rund zehn Prozent im Minus und notiert mit etwa 36 Euro spürbar unter dem Januar-Hoch.
Dividende bleibt, Wachstum steht unter Vorbehalt
Trotz des Gegenwinds hält UBS an ihrer Ausschüttungspolitik fest. Die Hauptversammlung stimmte der Dividende von 1,10 US-Dollar brutto je Aktie zu. Die geplanten Kapitalrückgaben für 2026 bekräftigt die Bank ebenfalls.
Allerdings ist klar: Höhere Kapitalanforderungen begrenzen den Spielraum für internationales Wachstum und künftige Ausschüttungen. Wie eng dieser Spielraum tatsächlich wird, hängt vom Ausgang des parlamentarischen Prozesses ab.
Der morgige Quartalsbericht — ab 06.45 Uhr CEST abrufbar — wird die erste offizielle Bühne sein, auf der CEO Sergio Ermotti und CFO Todd Tuckner die Kapitalauswirkungen konkret beziffern und die strategische Antwort auf Bern formulieren.
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