Ein Jahresverlust von über einer Milliarde Euro, ein Umsatzrückgang von fast 20 Prozent und eine Quartalsprognose, die Analysten klar verfehlt — Ubisoft hat seinen Aktionären am Freitag wenig Erfreuliches geliefert. Der Kurs brach im Handelsverlauf um mehr als 15 Prozent ein und fiel zeitweise auf 3,88 Euro.
Ausblick enttäuscht auf ganzer Linie
Der eigentliche Auslöser war die Prognose für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027. Ubisoft erwartet sogenannte „Net Bookings“ — die konzerneigene Messgröße für Umsatz — von rund 250 Millionen Euro. Analysten hatten zuvor mit 285,5 Millionen Euro gerechnet. Die Lücke ist groß genug, um Vertrauen zu erschüttern.
CEO Yves Guillemot bezeichnete das laufende Geschäftsjahr offen als „Tiefpunkt“ des Konzerns. Das Unternehmen verarbeitet gerade den Umbau eines massiven Portfolios und eine tiefgreifende Reorganisation. Management-Botschaft: kurzfristiger Schmerz für langfristige Stabilität und die Rückkehr zu positivem Free Cashflow.
Strukturprobleme hinter der Restrukturierung
Marktbeobachter sehen das skeptischer. Antoine Fraysse-Soulier vom Analystenhaus eToro warnt, das als „Neugründung“ vermarktete Restrukturierungsprogramm dürfe nicht über die eigentlichen Schwachstellen hinwegtäuschen: einen unregelmäßigen Veröffentlichungskalender und eine gefährliche Abhängigkeit vom „Assassin’s Creed“-Franchise.
Die Jahreszahlen für das Geschäftsjahr bis Ende März 2026 bestätigen das Ausmaß der Krise. Das operative Ergebnis (non-IFRS) lag bei einem Verlust von rund 1,04 Milliarden Euro. Die Net Bookings für das Gesamtjahr erreichten 1,53 Milliarden Euro — ein Rückgang von 17,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auf Sicht von zwölf Monaten hat die Aktie fast die Hälfte ihres Wertes verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,38 Euro ist der Kurs aktuell mehr als 50 Prozent entfernt.
Hoffnungsträger: Spiele-Pipeline und Generative AI
Für eine Erholung ab dem Geschäftsjahr 2027/2028 setzt Ubisoft auf eine breitere Spielepipeline. Kurzfristig steht am 9. Juli 2026 die Veröffentlichung von Assassin’s Creed Black Flag Resynced an. Bis April 2029 sollen neue Teile der Franchises Assassin’s Creed, Far Cry und Ghost Recon erscheinen.
Parallel investiert der Konzern in Generative AI. Das Projekt „Teammates“ soll die erste spielbare KI-Erfahrung des Unternehmens werden, intern ergänzt durch das Tool „NEO NPC“ für verbesserte Charakterinteraktionen. Wie schnell sich das auf die Zahlen auswirkt, bleibt offen.
Finanziell steht Ubisoft mit rund einer Milliarde Euro Kassenbestand da, dem eine Nettoverschuldung von 885 Millionen Euro gegenübersteht. Das Management rechnet nach dem Abschluss strategischer Transaktionen rund um neue Tochtergesellschaften mit einer vollständigen Entschuldung — ein Versprechen, das Anleger erst noch eingelöst sehen wollen.
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