Wenige Tage nach einer schmerzhaften Gewinnwarnung stellt TUI seine gesamte operative Führungsstruktur um. Der Zeitpunkt ist kein Zufall — er zeigt, unter welchem Druck der Konzern gerade steht.
Ab 1. Mai 2026 bündelt TUI die bislang getrennten Segmente „Holiday Experiences“ und „Markets + Airline“ unter einem einzigen Vorstandsressort. Marco Ciomperlik, seit 2016 im Konzern und zuletzt als Chief Transformation Officer und CEO Airline tätig, übernimmt die neu geschaffene COO-Rolle. Zwei bisherige Vorstandsmitglieder verlassen den Konzern: David Schelp und Peter Krueger scheiden zum 30. April aus. Konzernchef Sebastian Ebel zieht die Verantwortung für Hotel- und Kreuzfahrt-Joint-Ventures sowie die Konzernstrategie direkt an sich.
Gewinnwarnung drückt auf die Stimmung
Der eigentliche Auslöser für den Kursverfall liegt woanders. TUI hat sein EBIT-Ziel für 2026 auf eine Spanne von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro gesenkt — zuvor hatte der Konzern ein Wachstum von sieben bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von rund 1,4 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Umsatzprognose ist bis auf weiteres ausgesetzt.
Hintergrund ist die Zurückhaltung der Kunden infolge geopolitischer Unsicherheit im Nahen Osten. Die gebuchten Umsätze für den Sommer 2026 liegen sieben Prozent unter Vorjahr. Besonders betroffen: Buchungen für die Türkei, Zypern und Ägypten. Die Nachfrage verlagert sich spürbar in den westlichen Mittelmeerraum.
Die Aktie schloss am Freitag bei 6,49 Euro — ein Minus von rund 27 Prozent seit Jahresbeginn. Mit einem RSI von 27 signalisiert der Kurs eine deutliche Überverkauft-Situation, ohne dass sich bislang eine Gegenbewegung abzeichnet.
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Absicherung dämpft Treibstoffrisiko
Einen Stabilisierungsfaktor gibt es: TUI hat 83 Prozent seines Kerosinbedarfs für den Sommer 2026 abgesichert, für den Winter 2026/27 bereits 62 Prozent. Im Kreuzfahrtbereich liegt der Sicherungsgrad für Energiekosten bei über 80 Prozent. Bernstein Research betont deshalb, dass es sich nicht um eine treibstoffgetriebene Warnung handele — das Hedging-Programm schütze vor dieser Seite des Risikos.
Bernstein belässt die Einstufung auf „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 9,20 Euro, was vom aktuellen Kurs aus einem Aufwärtspotenzial von rund 42 Prozent entspräche.
Halbjahresbericht als erster Beweis
Am 13. Mai 2026 legt TUI die Zahlen für das zweite Quartal vor. Das Management erwartet dabei ein operativ besseres Ergebnis als im Vorjahr — trotz der Buchungslücke. Für den neuen COO Ciomperlik wird es der erste große Auftritt vor Investoren sein: Er tritt sein Amt an, und wenige Wochen später muss er bereits zeigen, ob die neue Struktur funktioniert.
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