Startseite » Earnings » TUI: Buchungen sieben Prozent unter Vorjahr

TUI: Buchungen sieben Prozent unter Vorjahr

Der Reisekonzern TUI senkt seine Gewinnprognose für das laufende Jahr und setzt Umsatzerwartungen aus. Grund sind schwächere Buchungen, vor allem für die Türkei und Ägypten, sowie operative Belastungen durch den Iran-Krieg.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gewinnprognose deutlich unter Vorjahresniveau gesenkt
  • Buchungen für Sommersaison sieben Prozent geringer
  • Evakuierungen und Routenausfälle im Nahen Osten
  • Aktienkurs verliert fast ein Viertel seit Jahresbeginn

Das zweite Quartal lief operativ besser als erwartet. Die Freude darüber währt bei TUI allerdings nur kurz. Der Reisekonzern streicht seine Jahresziele zusammen und setzt die Umsatzprognose komplett aus. Geopolitische Spannungen schlagen voll auf das Buchungsverhalten durch.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand nur noch mit einem bereinigten operativen Gewinn (EBIT) zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro. Ursprünglich war ein Wachstum über den Vorjahreswert von 1,41 Milliarden Euro geplant. Die Umsatzziele legte das Management vorerst auf Eis, bis sich die Rahmenbedingungen stabilisieren. Dabei verzeichnete TUI im abgelaufenen zweiten Quartal sogar einen leichten operativen Gewinnanstieg.

Der Grund für die plötzliche Zurückhaltung liegt in den Auftragsbüchern. Für die anstehende Sommersaison fallen die gebuchten Umsätze im wichtigsten Segment „Markets + Airline“ rund sieben Prozent geringer aus als im Vorjahr. Auch die Hotelauslastung für das zweite Halbjahr hinkt hinterher. TUI macht dafür primär den Iran-Krieg verantwortlich, der die Nachfrage für Reisen in die Türkei, nach Zypern und Ägypten dämpft. Nachwirkungen eines Hurrikans in der Karibik belasten das Geschäft zusätzlich.

Evakuierungen im Nahen Osten

Die Eskalation im Nahen Osten hatte im März direkte operative Konsequenzen. TUI musste rund 10.000 Gäste und Crewmitglieder ausfliegen. Die Kreuzfahrtschiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 saßen wochenlang in den Häfen von Abu Dhabi und Doha fest. Alle Reiserouten im Persischen Golf fielen bis in den Mai hinein aus. Erst vor wenigen Tagen konnten die Schiffe die Region während einer Kampfpause sicher verlassen.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei TUI?

Am Aktienmarkt quittieren Investoren die Entwicklung mit Verkäufen. Das Papier gab am heutigen Donnerstag um 2,5 Prozent auf 6,80 Euro nach. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust der TUI-Aktie damit auf knapp 24 Prozent.

Analysten von Bernstein Research sehen das Hauptproblem in der Zurückhaltung der Kunden, die zunehmend kurzfristiger buchen. Ein Treibstoffproblem liege indes nicht vor, da TUI sein Kerosin für den Sommer bereits zu über 80 Prozent preislich abgesichert hat. Die Experten belassen ihr Kursziel bei 9,20 Euro.

Trotz der Belastungen im Flug- und Hotelgeschäft liefert die verbleibende Flotte von TUI Cruises weiterhin starke Buchungszahlen. Ab Mitte Mai werden auch die beiden evakuierten Schiffe aus dem Nahen Osten wieder in den regulären Betrieb integriert. Sie nehmen dann ihre Sommer-Routen im Mittelmeer auf.

Anzeige

TUI-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TUI-Analyse vom 23. April liefert die Antwort:

Die neusten TUI-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TUI-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

TUI: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu TUI

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.