Im Persischen Golf sitzen zwei Luxusliner von TUI fest, während Teheran hohe Durchfahrtsgebühren fordert. Die geopolitische Lage bedroht das lukrative Kreuzfahrtgeschäft des Reisekonzerns massiv. Derweil sendet die Chefetage ein völlig gegensätzliches Signal an den Markt.
Mitten in der Krisenphase griffen Vorstandschef Sebastian Ebel und Finanzvorstand Mathias Kiep bei eigenen Papieren zu. Solche Insiderkäufe werten Marktbeobachter traditionell als klares Vertrauensvotum. Der Aktienkurs hatte dieses Vertrauen zuletzt bitter nötig.
Vom Jahreshoch bei 9,55 Euro fiel der Kurs mit Ausbruch des Iran-Konflikts zeitweise auf 6,40 Euro zurück. Inzwischen hat sich der Wert bei rund 7,20 Euro stabilisiert. Auf Wochensicht verbucht das Papier damit ein leichtes Plus.
Hohe Kosten und blockierte Schiffe
Die größte Baustelle bleibt TUI Cruises. Die Schiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ können die Straße von Hormuz aktuell nicht passieren und liegen in Abu Dhabi beziehungsweise Doha fest. Alle Fahrten der betroffenen Luxusliner entfallen bis in den Mai hinein.
Analyst Cristian Nedelcu von der Schweizer Großbank UBS taxiert die möglichen Einbußen bereits auf fünf Prozent des Konzerngewinns. Er belässt seine Einstufung auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 9,60 Euro.
Obendrein droht eine völlig neue Kostendimension. Iranische Regierungsvertreter planen laut dem Ende März verabschiedeten „Strait of Hormuz Management Plan“ eine Durchfahrtsgebühr. Bis zu zwei Millionen US-Dollar könnten je Schiff fällig werden.
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Der Konzern zieht bereits Konsequenzen für die Zukunft. Das jüngste Flottenmitglied „Mein Schiff Flow“ wird die gesamte Orient-Saison für den Winter 2026 streichen. Stattdessen weicht der Luxusliner auf Norwegen und die Kanaren aus.
Rekordquartal stützt die Prognose
Allen Widerständen zum Trotz hält das Management an der Jahresprognose fest. Das bereinigte operative Ergebnis soll um sieben bis zehn Prozent steigen. Der Umsatz soll parallel dazu um bis zu vier Prozent zulegen.
Den Rückhalt dafür liefert ein historisch starkes erstes Quartal. Das bereinigte EBIT sprang um gut 51 Prozent auf 77,1 Millionen Euro. Die Kreuzfahrtsparte glänzte dabei mit einer Auslastung von 99 Prozent.
Eine breite Stornierungswelle bleibt bislang aus. Urlauber weichen stattdessen auf Ziele in Spanien, Griechenland oder der Türkei aus. Der gebuchte Umsatz für den Sommer liegt lediglich zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Das Analystenlager zeigt sich gespalten, tendiert aber leicht optimistisch. Fünf Kaufempfehlungen stehen vier Halte-Voten gegenüber. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt bei 10,42 Euro.
Den nächsten harten Faktencheck liefert der 13. Mai. An diesem Tag präsentiert TUI die Bilanzzahlen für das abgelaufene Halbjahr. Bis dahin entscheidet die aktuelle Waffenruhe im Nahen Osten, ob die blockierten Schiffe den Persischen Golf verlassen können — andernfalls drohen weitere Ausfälle, die das jüngste Rekordquartal schnell überschatten.
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