Geopolitische Sorgen drückten im Frühjahr noch die Stimmung bei TUI. Jetzt meldet der Reisekonzern eine massive Rückkehr der Last-Minute-Urlauber. Die starke Sommernachfrage hellt nicht nur die operativen Aussichten auf. Sie schiebt auch die Aktie direkt an eine entscheidende technische Marke.
Comeback für Türkei und Ägypten
Die Türkei kämpft sich im Sprint zurück an die Spitze der Urlaubsziele. Antalya führt das aktuelle TUI-Ranking an. Dicht dahinter folgen Mallorca sowie die griechischen Inseln Kreta und Rhodos. Auch Ägypten erholt sich spürbar von den regionalen Spannungen der Vormonate. Hurghada zählt aktuell wieder zu den Favoriten der Kurzentschlossenen.
Das Sommergeschäft liefert traditionell den größten Gewinnbeitrag des Jahres. TUI-Deutschland-Chef Benjamin Jacobi gibt Entwarnung für die Zielgebiete. Die touristische Infrastruktur funktioniere reibungslos. Alle Flüge starten planmäßig.
Gebührenstreit und Grenzkontrollen
Parallel dazu fordert das Management finanzielle Entlastung. TUI drängt darauf, die Gebühren für den Deutschen Reisesicherungsfonds zu streichen. Der Fonds umfasst bereits rund eine Milliarde Euro. Die Zinserträge reichen laut Konzernangaben zur Absicherung völlig aus. Ein Gebührenstopp würde gebundene Liquidität freisetzen. Die Folge: mehr finanzieller Spielraum für den Schuldenabbau.
Operative Risiken lauern derweil an den Flughäfen. Das neue EU-Einreisesystem mit biometrischen Kontrollen sorgt teilweise für lange Wartezeiten. TUI muss nun beweisen, dass diese bürokratischen Hürden den Ablauf der Hochsaison nicht stören.
Test der 200-Tage-Linie
Am Aktienmarkt kommen die operativen Signale gut an. Das Papier beendete den Donnerstagshandel bei 7,66 Euro. Auf Monatssicht steht damit ein Plus von 10,41 Prozent auf der Kurstafel. Seit Jahresanfang liegt der Titel allerdings noch immer gut 14 Prozent im Minus.
Charttechnisch wird es jetzt spannend. Die Aktie notiert punktgenau am 200-Tage-Durchschnitt von 7,67 Euro. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Hürde könnte weitere Käufer anziehen. Der RSI-Indikator nähert sich mit einem Wert von 67,9 rasch der überkauften Zone.
Die Wahrheit über die operative Stärke zeigt sich im Spätsommer. Im August veröffentlicht der Reisekonzern seine nächsten Quartalszahlen. Dann muss das Management belegen, wie viel echten Gewinn der aktuelle Last-Minute-Boom in die Kassen spült.
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