Operativ liefert TUI das vierzehnte Quartal in Folge ein Gewinnwachstum ab. An der Börse spiegelt sich diese Widerstandsfähigkeit allerdings nicht wider. Die Aktie notiert nahe dem Jahrestief, während der Touristikkonzern teure geopolitische Krisenherde navigiert.
Teure Verschiebungen im Mittelmeer
Im zweiten Geschäftsquartal verbesserte sich das bereinigte operative Ergebnis währungsbereinigt auf minus 188,3 Millionen Euro. Das Winterhalbjahr ist in der Reisebranche traditionell defizitär. Bemerkenswert ist die Verbesserung angesichts massiver Gegenwinde. Einmalbelastungen von rund 45 Millionen Euro drückten das Ergebnis. Auslöser waren vor allem die Spannungen im Nahen Osten. Der Konzernumsatz blieb dabei mit 3,7 Milliarden Euro weitgehend stabil.
Die geopolitische Lage verändert das Buchungsverhalten spürbar. Kunden meiden das östliche Mittelmeer und buchen deutlich kurzfristiger. Im Segment Markets & Airline sank der gebuchte Umsatz folglich um sieben Prozent. CEO Sebastian Ebel reagierte darauf mit einem Strategiewechsel. TUI nahm gezielt Fixkapazitäten aus dem Markt, um ruinöse Preisabschläge zu verhindern. Im gleichen Schritt zieht sich der Konzern aus risikoreichen Gewässern zurück. Kreuzfahrtschiffe legen nun von Triest und Heraklion ab. Der Fokus liegt verstärkt auf Südeuropa und den Kanarischen Inseln.
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Hotels federn Risiken ab
Stabilität liefert das Hotelgeschäft. Die Auslastung kletterte auf 79 Prozent, die Durchschnittspreise stiegen moderat. Das reichte aus, um punktuelle Wetter-Schäden in der Karibik auszugleichen. Großbanken werten diese interne Flexibilität positiv. JPMorgan stuft die Aktie mit „Overweight“ ein. Die integrierte Konzernstruktur erlaube es TUI, Angebot und Preise schnell anzupassen. Auch die Deutsche Bank hält an ihrer Kaufempfehlung fest und verweist auf den fortgesetzten Schuldenabbau.
Börse bleibt skeptisch
Investoren lassen sich von den Analystenstimmen bisher nicht überzeugen. Die TUI-Aktie ging am Freitag bei 6,40 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf drastische 28 Prozent. Das Papier rutscht damit in die direkte Nähe des bisherigen 52-Wochen-Tiefs von 6,15 Euro.
Für eine Trendwende an der Börse muss das Sommergeschäft reibungslos laufen. Der Vorstand peilt für das Gesamtjahr ein bereinigtes EBIT zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro an. CFO Mathias Kiep macht das Erreichen der oberen Spanne von einer raschen Erholung im Türkei-Geschäft abhängig. Die kommenden Monate entscheiden, ob die operative Preisdisziplin die Zurückhaltung der Anleger brechen kann.
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