TSMC hat seine dominierende Position in der weltweiten Halbleiter-Auftragsfertigung weiter ausgebaut. Branchenberechnungen zufolge erreichte der taiwanische Konzern im zweiten Quartal 2026 einen globalen Foundry-Marktanteil von 72,5 Prozent. Der Quartalsumsatz kletterte im gleichen Zeitraum um 12,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf fast 40,2 Milliarden US-Dollar.
Der Abstand zur Konkurrenz bleibt damit gewaltig. Rivale Samsung Foundry verlor im selben Quartal Marktanteile und fiel weiter zurück. Getrieben wird die Sonderkonjunktur von TSMC vor allem durch den ungebrochenen Bedarf an Hochleistungs-Chips für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz. Sowohl Grafikprozessoren für Rechenzentren als auch spezialisierte Beschleuniger führen zu einer anhaltenden Vollauslastung der modernsten Fertigungslinien.
Ausgebuchte Kapazitäten und anhaltende Nachfrage
Die Nachfrage übersteigt das Angebot derzeit deutlich. TSMC-Verwaltungsratsvorsitzender C.C. Wei erklärte im Gespräch mit Intel-Chef Lip-Bu Tan, dass die Produktionskapazitäten kaum ausreichen, um alle Kundenwünsche zu erfüllen.
Nach Einschätzung des Analysehauses Piper Sandler sind die Fertigungskapazitäten des taiwanischen Branchenprimus bis 2028 ausverkauft. Selbst Konkurrent Intel setzt für Kernkomponenten weiterhin auf das Unternehmen und bezeichnet dessen Dienstleistungen als Standard der Halbleiterindustrie.
Gleichzeitig formiert sich mittelfristig neuer Wettbewerb. Intel plant mit seiner künftigen Fertigungstechnologie Boden gutzumachen und peilt ein Leistungsniveau nahe den künftigen Knotenpunkten der Taiwaner an.
Marktbeobachter werten die Evaluierung alternativer Fertiger durch große Technologiekonzerne jedoch vor allem als Reaktion auf TSMCs Kapazitätsengpässe. Ohne verlässliche Ausweichmöglichkeiten bleibt die globale Chipbranche bis auf Weiteres von den Fabriken auf Taiwan abhängig.
Anleger blicken auf den Oktober
Das Management bereitet unterdessen den nächsten Technologiesprung vor. Neben dem Ausbau spezialisierter Verpackungsverfahren treibt TSMC die Vorbereitungen für modernere Prozesstechnologien voran, um seinen Vorsprung bei fortschrittlichster Logik abzusichern. Am Freitag verabschiedete sich die TSMC-Aktie mit einem Schlusskurs von 396,50 Euro in das Wochenende. Damit notiert das Papier 5,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 420,50 Euro.
Die kommenden Wochen dürften weitere Hinweise auf die operative Tragfähigkeit des Booms liefern. Im Oktober veranstaltet TSMC seine turnusmäßige Investorenkonferenz zum dritten Quartal. Im Fokus stehen dort neben dem Ausblick auf das Jahresende vor allem der Fortschritt bei der kommenden Zwei-Nanometer-Massenfertigung sowie die Investitionsbudgets der großen Hyperscaler.
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