TSMCs Wachstum geht mit einer stärkeren Konzentration auf moderne Fertigungsverfahren einher. Eine gestern veröffentlichte Gegenüberstellung mit ASML nennt dafür einen deutlichen Beleg: Der Umsatzanteil besonders fortschrittlicher Chips ist gestiegen. Für Anleger steht damit neben der starken Marktposition die Frage im Mittelpunkt, welchen Kapitaleinsatz das weitere Wachstum verlangt.
Moderne Fertigung prägt das Geschäft
Im dritten Quartal 2026 entfielen 79% des TSMC-Umsatzes auf Chips mit Fertigungsprozessen von sieben Nanometern oder kleiner. Im Vorjahresquartal war deren Anteil geringer. Die Verschiebung zeigt, dass moderne Verfahren innerhalb des Geschäfts weiter an Gewicht gewinnen.
Nach Angaben von Counterpoint hielt TSMC einen Anteil von 73% am weltweiten Markt für Auftragsfertigung. Diese Marktposition und der höhere Umsatzanteil moderner Chips ergänzen sich als Argumente für die Aktie. Sie beantworten allerdings noch nicht die Frage nach den Kosten des weiteren Kapazitätsausbaus.
Genau hier liegt die wichtige Unterscheidung für Anleger: Ein steigender Umsatzanteil fortschrittlicher Verfahren beschreibt den Geschäftsmix. Er ist für sich genommen weder eine Aussage über künftige Margen noch über die Rendite zusätzlicher Investitionen.
Bernstein erwartet steigenden Kapitalbedarf
Bernstein schätzte die Investitionsausgaben in einem Bericht vom 10. August für das laufende Jahr auf 64 Milliarden US-Dollar. Für das kommende Jahr veranschlagte das Analysehaus 75 Milliarden US-Dollar, für das darauffolgende Jahr 82 Milliarden US-Dollar.
Diese Prognosen beschreiben einen mehrjährigen Ausbaupfad. Sie sind keine gemeldeten Ausgaben und sollten auch nicht mit einer neuen Investitionsankündigung des Unternehmens gleichgesetzt werden.
Als möglichen Wachstumstreiber hob Bernstein damals das Geschäft mit Prozessoren hervor. Für 2027 erwartete das Haus CPU-Umsätze im hohen Bereich der 30-Milliarden-US-Dollar-Spanne. Ihr Anteil am gesamten TSMC-Umsatz sollte nach dieser Schätzung rund 16% erreichen.
Damit reicht die Wachstumserwartung über eine pauschale Wette auf künstliche Intelligenz hinaus. Entscheidend ist auch, welchen Beitrag einzelne Chipkategorien zum künftigen Geschäft leisten können.
Höheres Kursziel ist keine neue Investitionsprognose
Gestern erhöhte Bernstein das TSMC-Kursziel auf 600 US-Dollar. Ein Zusammenhang zwischen dieser Anhebung und den älteren CPU- sowie Investitionsschätzungen ist nicht bestätigt.
Für die Einordnung bleibt diese Trennung wesentlich: Das höhere Kursziel ist die neue Analystennachricht. Die detaillierten Wachstums- und Investitionsannahmen stammen dagegen aus dem August. Zusammen ergeben sie ein positives, aber kapitalintensives Szenario — keine Bestätigung, dass sich sämtliche Erwartungen bereits im operativen Geschäft erfüllt haben.
Stand heute, 5. November: TSMC – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in TSMC investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 5. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
