Taiwan Semiconductor Manufacturing Company liefert das vierte Rekordquartal in Folge. Der weltgrößte Auftragsfertiger profitiert massiv vom KI-Boom. Hinter den Kulissen vollzieht sich parallel dazu ein viel wichtigerer Wandel. Die milliardenschwere US-Expansion wandelt sich von einer geopolitischen Absicherung zu einem hochprofitablen Geschäftszweig.
KI-Boom treibt die Gewinne
Im abgelaufenen Quartal erzielte TSMC einen Nettogewinn von 18,1 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Sprung von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die operative Marge kletterte auf beeindruckende 66,2 Prozent.
Treiber dieser Entwicklung ist das High-Performance-Computing. Dieses Segment steht mittlerweile für 61 Prozent des Gesamtumsatzes. Vor allem die Nachfrage nach modernsten Drei-Nanometer-Chips für KI-Anwendungen übersteigt das Angebot deutlich.
Der Arizona-Aufschlag
Um diese Nachfrage zu bedienen, baut TSMC seine Kapazitäten massiv aus. Besonders im Fokus steht der neue Fabrikkomplex in Arizona. Die dortige „Fab 4“ ist bereits bis Ende 2027 komplett ausgebucht.
Das Management hat eine bemerkenswerte Preismacht etabliert. Für Wafer aus US-Produktion verlangt TSMC einen Aufschlag von 25 bis 30 Prozent. Damit kompensiert der Konzern die höheren Lohn- und Baukosten in den Vereinigten Staaten. Die Kunden zahlen diesen Preis anstandslos.
Entsprechend schraubt das Unternehmen seine Investitionen nach oben. Das Kapitalbudget für das laufende Jahr steigt auf bis zu 56 Milliarden Dollar. Ein weiterer Ausbau der Drei-Nanometer-Fertigung ist bereits beschlossen.
Kapazitätsgrenzen und Kursverlauf
An der Börse reagierten Investoren am Tag der Zahlenvorlage zunächst mit Gewinnmitnahmen. Am Freitag schloss die Aktie bei 370,50 Dollar. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein massives Plus von rund 177 Prozent auf der Anzeigetafel.
Analysten bleiben optimistisch. Die Investmentbank Needham hob das Kursziel auf 480 Dollar an. Geopolitische Risiken wie knappe Helium-Lieferungen aus dem Nahen Osten federt TSMC durch hohe Sicherheitsbestände ab. Die Folge: Der Konzern arbeitet am absoluten Limit. Counterpoint-Analyst William Li sieht die Ressourcenknappheit als bestimmendes Thema für das Jahr 2026.
Der Konzern rechnet für das Gesamtjahr mit einem Umsatzwachstum von über 30 Prozent. Im gleichen Schritt warnt das Management vor einer leichten Margenverwässerung. Der Anlauf der neuen Zwei-Nanometer-Technologie kostet Geld. Dennoch bleiben die Auftragsbücher prall gefüllt. Der Engpass bei KI-Chips wird die Branche bis weit in das Jahr 2027 hinein begleiten.
