Starke Zahlen, schwache Stimmung: TSMC hat im dritten Quartal geliefert, doch die Aktie gibt trotzdem nach. Der Grund liegt weniger beim Chipfertiger selbst als im Marktumfeld, das KI-Werte am Donnerstag breit unter Druck setzt.
Sechster Rekord in Folge
Der Nettogewinn stieg im Jahresvergleich um 68,7 Prozent auf 763,1 Milliarden Taiwan-Dollar, umgerechnet rund 23,6 Milliarden US-Dollar. Es ist der sechste Quartalsrekord in Serie. Analysten hatten im Schnitt mit 746,3 Milliarden Taiwan-Dollar gerechnet.
Auch beim Umsatz lag der weltgrößte Auftragsfertiger von Halbleitern vorn. Er erlöste 1,49 Billionen Taiwan-Dollar, erwartet worden waren 1,47 Billionen. Treiber bleibt die hohe weltweite Nachfrage nach KI-Chips. Bereits die Septemberzahlen hatten das Bild vorgezeichnet: Der Monatsumsatz sprang um 54,6 Prozent.
Marktumfeld drückt auf den Kurs
Die in Frankfurt gehandelten ADRs gaben im frühen Donnerstagshandel um mehr als 1,9 Prozent nach und kosteten zuletzt 378,50 Euro. Die guten Zahlen reichten nicht, um das Umfeld auszugleichen.
In Asien gerieten KI-Titel massiv unter Druck. Der südkoreanische Kospi brach zeitweise um acht Prozent ein, die Börse setzte den Handel für 20 Minuten aus. Anleger fürchten höhere US-Zinsen und zweifeln an der Finanzierung des KI-Booms. Hinzu kommt der Kursrutsch bei CoreWeave: Dem KI-Cloudanbieter wird das Kapital knapp, nachdem die Rendite seiner Anleihen über 15 Prozent gestiegen ist. Der Sektor reagierte mit einem Sell-off.
Für TSMC ist das ein heikles Signal, denn das Geschäft hängt an den Investitionen genau jener KI-Kunden, deren Finanzierung nun hinterfragt wird. Die Quartalszahlen zeigen allerdings, dass die Nachfrage bislang ungebrochen ist.
Expansion in den USA
Parallel baut der Konzern seine Präsenz in den USA aus. Im Juli hatte TSMC bei den Zweitquartalszahlen Investitionen von insgesamt 265 Milliarden US-Dollar allein für Arizona vorgestellt. Berichten zufolge prüft das Unternehmen zudem eine mögliche Investition in Texas. Eine Bestätigung dafür liegt nicht vor.
Der Blick richtet sich nun darauf, ob die Zahlen die Stimmung im KI-Sektor stabilisieren können. Hält der Gewinnsog an, spricht das gegen die Sorge vor einem abrupten Nachfrageeinbruch. Die Zinsangst bleibt jedoch das Gegengewicht.
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