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TSMC Aktie: Drei neue A14-Fabriken in Longtan

TSMC erweitert seine Fertigungskapazitäten für 1,4-nm-Chips und CoWoS-Verpackungen in Taiwan, um die starke KI-Nachfrage zu bedienen. Analysten zeigen sich optimistisch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neue Fabriken für 1,4-nm-Chips
  • CoWoS-Kapazitäten bis 2027 ausverkauft
  • Goldman Sachs erhöht Kursziel deutlich
  • Umsatzsprung von 36 Prozent im Q2

Der weltweit führende Halbleiterhersteller TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) bereitet den nächsten technologischen Sprung vor und weitet seine Kapazitäten massiv aus. Wie gestern bekannt wurde, plant das Unternehmen den Bau von zwei bis drei neuen Fabriken für den fortschrittlichen 1,4-Nanometer-Fertigungsprozess sowie zwei zusätzliche Anlagen für die spezialisierte CoWoS-Verpackungstechnologie. Als Standort wurde die dritte Phase des Industrieparks Longtan im taiwanesischen Taoyuan gewählt. Diese Expansion unterstreicht den hohen Bedarf an Hochleistungschips, insbesondere für Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).

Kapazitätsengpässe bei KI-Chips halten an

Die Nachfrage nach der sogenannten CoWoS-Technologie (Chip-on-Wafer-on-Substrate), die für die Herstellung von KI-Beschleunigern von Unternehmen wie Nvidia und AMD unverzichtbar ist, übersteigt das Angebot derzeit bei Weitem. Branchenberichten zufolge sind die Kapazitäten für diese Verpackungstechnik bis weit in die Jahre 2026 und 2027 hinein vollständig ausverkauft. Die Lieferzeiten für entsprechende Komponenten belaufen sich aktuell auf 52 bis 78 Wochen.

Für das Jahr 2026 wird eine Nachfrage von etwa einer Million Wafern prognostiziert, was einer fast verdreifachten Menge im Vergleich zu den 370.000 Einheiten aus dem Jahr 2024 entspricht. Der neue 1,4-Nanometer-Prozess, den TSMC intern als A14 bezeichnet, soll im Vergleich zur 2-Nanometer-Generation entweder ein Geschwindigkeitsplus von bis zu 15 Prozent oder eine Senkung des Stromverbrauchs um bis zu 30 Prozent ermöglichen. Zudem bietet diese Technologie eine deutlich höhere Logikdichte, was die Leistungsfähigkeit künftiger Prozessorgenerationen weiter steigern dürfte.

Analysten heben Kursziele deutlich an

Die marktbeherrschende Stellung von TSMC spiegelt sich auch in den jüngsten Einschätzungen der Analystenhäuser wider. Die Experten von Goldman Sachs hoben das Kursziel für die in Taipeh notierte Aktie am Sonntag um 35 Prozent auf 2.330 Neue Taiwan-Dollar an. Als Begründung führten die Analysten an, dass KI ein mehrjähriger Wachstumsmotor für den Konzern bleibe. Auch institutionelle Investoren zeigen verstärktes Interesse: So erwarb Cathie Woods Ark Invest am 29. Juli TSMC-Papiere im Wert von rund 14,7 Millionen US-Dollar.

An der Börse wird das Unternehmen derzeit mit einer Marktkapitalisierung von rund 1.884,32 Milliarden Euro bewertet. Das Papier schloss am Freitag bei 363,00 Euro. Damit notiert der Wert aktuell 16,64 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage von 311,20 Euro, was den intakten langfristigen Aufwärtstrend der Aktie verdeutlicht.

Starke Quartalszahlen und optimistischer Ausblick

Die finanziellen Rahmenbedingungen für die kostspieligen Erweiterungsprojekte sind durch eine starke Ertragslage abgesichert. Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete TSMC einen Umsatzsprung von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 40,2 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn kletterte im selben Zeitraum um 77,4 Prozent. Angesichts dieser Entwicklung wurde die Quartalsdividende auf 1,1136 US-Dollar pro Aktie angehoben.

Flankiert wird das Unternehmenswachstum durch eine positive makroökonomische Dynamik in Taiwan. Das dortige Finanzministerium prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 Exporte in Höhe von über 850 Milliarden US-Dollar. Dies wäre ein deutlicher Zuwachs gegenüber dem bisherigen Rekordwert von rund 640 Milliarden US-Dollar aus dem Vorjahr. Getrieben wird diese Entwicklung maßgeblich durch den Export von Halbleitern und Hardware für die globale KI-Infrastruktur. Während TSMC vor rund einem Monat eine zusätzliche Milliardeninvestition am Standort Arizona bestätigte, verdeutlichen die neuen Pläne für Longtan, dass das technologische Herzstück der Produktion weiterhin in Taiwan verbleibt.

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Diskussion zu TSMC

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.