TSMC hat sich auf den Kauf der Taichung-Phase-II-Anlagen und zugehöriger Infrastruktur von AU Optronics geeinigt. Der heute gemeldete Kaufpreis beträgt NT$38,8 Milliarden ohne Steuern. Der Verwaltungsrat von AUO genehmigte den Verkauf gestern. Für Anleger steht damit eine konkrete Vereinbarung im Mittelpunkt – anders als bei den bislang unbestätigten Berichten über höhere Verpackungspreise.
Anlagenkauf mit konkreten Konditionen
Die Vereinbarung umfasst sowohl die Anlagen als auch die dazugehörige Infrastruktur. Dabei sind die Steuern ausdrücklich nicht im genannten Kaufpreis enthalten. Der Beschluss des AUO-Verwaltungsrats betrifft die Genehmigung des Verkaufs; die Transaktion ist damit nicht als bereits vollzogener Erwerb einzuordnen.
Der Kauf rückt die industrielle Infrastruktur von TSMC in den Vordergrund. Für die Bewertung der Nachricht ist zugleich eine klare Trennung wichtig: Die vereinbarten Erwerbskonditionen sind konkret. Eine mögliche Veränderung der Preise für fortschrittliche Chipverpackungen bleibt dagegen Gegenstand von Medienberichten.
CoWoS-Preiserhöhung bleibt unbestätigt
Am Dienstag wurde berichtet, TSMC erwäge Preiserhöhungen von bis zu 20% für seine fortschrittliche CoWoS-Verpackungstechnik. Als Hintergrund nannten die Berichte begrenzte Kapazitäten und die steigende Nachfrage nach KI-Chips. TSMC hatte den möglichen Aufschlag nicht bestätigt.
Für Anleger ist dieser Vorbehalt entscheidend. Ein erwogener Preisaufschlag ist noch keine beschlossene Preiserhöhung und darf deshalb nicht als gesicherter zusätzlicher Umsatzbeitrag gelten. Ebenso wenig belegt der Anlagenkauf allein eine Verbindung zu den berichteten CoWoS-Plänen. Beide Nachrichten unterscheiden sich sowohl in ihrem Gegenstand als auch im Bestätigungsgrad.
Wachstum und Absicherung der Lieferkette
Den wirtschaftlichen Hintergrund bildet das starke Geschäftswachstum. Bei der Ergebnisvorlage vor rund zwei Wochen meldete TSMC für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von US$46,72 Milliarden. Das entsprach einem Anstieg um 41,2% gegenüber dem Vorjahr.
Neben der Nachfrage verdient die Absicherung des Fabrikbetriebs Aufmerksamkeit. Hier geht es nicht um Verkaufspreise, sondern um mögliche Störungen bei der eingesetzten Technik.
Reuters berichtete am 22. Oktober, TSMC habe Lieferanten zum Einsatz von Motoren ohne Seltene Erden in der Fabrikautomation befragt. Damit wolle das Unternehmen mögliche Störungen durch Chinas Exportkontrollen verringern. Die Gespräche befanden sich in einem frühen Stadium; eine breite Umstellung wurde nicht berichtet.
Der Anlagenkauf ist somit die greifbarste neue Entwicklung. Mögliche Preisaufschläge und alternative Motoren ergänzen das Bild, bleiben aber Optionen beziehungsweise frühe Gesprächsthemen – keine bereits umgesetzten Maßnahmen.
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