Der taiwanische Halbleiter-Gigant TSMC hat seine dominante Stellung im weltweiten Chipmarkt weiter ausgebaut. Aktuellen Daten von TrendForce zufolge kletterte der Marktanteil des Unternehmens im zweiten Quartal 2026 auf 72,5 Prozent. Damit setzt sich der Konzern massiv von seinen Verfolgern ab: Der engste Konkurrent Samsung kommt im selben Zeitraum lediglich auf einen Anteil von 5,9 Prozent, gefolgt von SMIC mit 5,4 Prozent. Die TSMC-Aktie notiert heute bei 377,00 Euro und hat seit Jahresbeginn bereits um 47 Prozent an Wert gewonnen.
Starke Quartalszahlen und AMD-Partnerschaft
Die finanzielle Dynamik von TSMC spiegelt die ungebrochene Nachfrage nach leistungsfähigen Prozessoren für künstliche Intelligenz (KI) wider. Im zweiten Quartal 2026 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 40,2 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 12,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Bereits im ersten Jahresviertel hatte TSMC die Erwartungen übertroffen und eine Bruttomarge von 66,2 Prozent erzielt.
Ein wesentlicher Faktor für diese Stabilität bleibt die enge Bindung zu Großkunden. Am heutigen Mittwoch bestätigte AMD im Rahmen einer Konferenz, dass TSMC weiterhin der primäre Partner für die Wafer-Produktion bleibe. Jean Hu, Finanzvorständin von AMD, betonte die gemeinsame Entwicklung und kündigte an, dass der Umsatz mit den neuen KI-Chips der MI450-Serie ab dem dritten Quartal 2026 anlaufen und im Schlussquartal deutlich steigen werde.
Technologische Innovationen mit ASML
Um die Produktivitätsvorteile langfristig zu sichern, treibt TSMC gemeinsam mit dem niederländischen Ausrüster ASML den nächsten Technologiesprung voran. Wie gestern bekannt wurde, plant TSMC ab dem Jahr 2030 den Einsatz der sogenannten High-NA-EUV-Lithografie für die Massenproduktion. Diese Systeme, die pro Stück bis zu 400 Millionen US-Dollar kosten, ermöglichen noch kleinere Strukturen und eine höhere Transistordichte.
Zusätzlich starteten die Partner eine Initiative zur Umstellung von 6-Zoll- auf 12-Zoll-Fotomasken. Dieses neue Format soll die Produktionskapazität um 40 Prozent steigern und bisherige Belichtungsengpässe beseitigen. Eine Pilotlinie für diese großformatigen Masken soll bis 2031 einsatzbereit sein, während die volle Produktionsreife für das Jahr 2033 angestrebt wird.
Expansionsstrategie in den USA
Neben der technologischen Führung investiert TSMC massiv in die geografische Diversifizierung seiner Fertigung. Die Investitionen am Standort Arizona wurden laut Berichten vom heutigen Mittwoch auf insgesamt 265 Milliarden US-Dollar aufgestockt. Ziel ist es, die Abhängigkeit von asiatischen Fertigungsstätten zu verringern und die Versorgung der US-amerikanischen Tech-Industrie, die rund ein Viertel des globalen Halbleiterbedarfs verbraucht, sicherzustellen.
Trotz der Rekordzahlen und der starken Marktstellung wird die Aktie derzeit mit einem Abschlag gehandelt. Der Titel liegt rund 10 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 420,50 Euro, das Anfang Juli erreicht wurde. Analysten werten die jüngsten technologischen Zusagen und die stabile Auftragslage durch Partner wie AMD jedoch als Zeichen für eine anhaltende Wachstumsphase im KI-Sektor.
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