Die Auftragsbücher quellen über, die Gewinne sprudeln. TSMC dominiert den Markt für KI-Chips nach Belieben. Das rasante Wachstum bringt den taiwanesischen Fertiger nun an seine physischen Grenzen. Große Technologiekonzerne suchen bereits nach Ausweichmöglichkeiten.
Die enorme Nachfrage nach KI-Infrastruktur lastet die modernen Produktionslinien von TSMC voll aus. Laut Branchenkreisen prüfen Schwergewichte wie Google und der Autobauer BYD deshalb Samsung als zweite Bezugsquelle. BYD verhandelt über KI-Chips für autonomes Fahren. Google fasst die Südkoreaner für Prozessoren ab dem Jahr 2028 ins Auge. Tesla lässt seine KI-Chips bereits teilweise bei Samsung fertigen.
Anleger stört das bisher wenig. Die Aktie stieg am Freitag um knapp zwei Prozent auf 411,50 Euro. Damit notiert das Papier nur hauchdünn unter seinem bisherigen Rekordhoch. Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von rund 51 Prozent auf der Anzeigetafel.
Aufbau in den USA
Um seine US-Aktivitäten abzusichern, hat TSMC am Freitag einen Zehnjahresvertrag mit Amkor Technology geschlossen. Beide Unternehmen bauen die Chip-Verpackung und Testkapazitäten in Arizona aus. Ziel ist eine vollständig integrierte Lieferkette auf amerikanischem Boden.
Amkor errichtet dafür einen großen Campus in Peoria. Dieser Schritt flankiert die massiven Investitionen von TSMC in der Region. Der Konzern baut dort drei Chipfabriken und zwei Verpackungsanlagen.
Politischer Druck wächst
Die US-Regierung forciert parallel dazu die Unabhängigkeit von Taiwan. Präsident Trump verkündete am Donnerstag eine neue Allianz. Apple wird künftig beim Chipdesign und der Produktion mit Intel zusammenarbeiten.
Washington will die heimische Industrie stärken. Die Regierung hält rund zehn Prozent an Intel. Sie hat bereits Milliarden in den Bau lokaler Fabriken gepumpt. Dieser Schritt soll die nationale Sicherheit und die Lieferketten garantieren.
Rekordzahlen trotz Konkurrenz
Operativ läuft es für TSMC derweil hervorragend. Das Management hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 an. Der Konzern erwartet nun ein Wachstum von über 30 Prozent. Die Zahlen für das erste Quartal untermauern diesen Optimismus:
- Der Nettogewinn stieg um 58 Prozent auf umgerechnet rund 18 Milliarden US-Dollar.
- Der Quartalsumsatz kletterte im Jahresvergleich um 35 Prozent.
- Die Investitionsausgaben für 2026 erreichen das obere Ende der Spanne von 52 bis 56 Milliarden US-Dollar.
CEO C.C. Wei rechnet auf Jahre hinaus mit einem Engpass bei KI-Chips. Die globale Produktion kann die Nachfrage schlicht nicht decken. Die Folge: TSMC bleibt der unangefochtene Profiteur. Die Diversifizierungspläne von Apple oder Google greifen erst mittelfristig in die Marktanteile ein. Bis dahin stützt die nackte Kapazitätsnot den taiwanesischen Marktführer.
