Die Werbetech-Plattform Trade Desk vollzieht einen bedeutsamen Wechsel in der Führung: Anders Mortensen, ehemaliger Google-Manager, übernimmt ab 4. November die Position des Chief Revenue Officers. Der Zeitpunkt ist brisant – Amazon intensiviert zeitgleich seine Angriffe auf Trade Desks Marktposition.
Google-Veteran übernimmt das Ruder
Trade Desk bestätigte am Dienstag die Ernennung von Anders Mortensen zum neuen Chief Revenue Officer. Der Manager bringt 25 Jahre Branchenerfahrung mit, davon über ein Jahrzehnt bei Google in verschiedenen Führungspositionen. Zuletzt verantwortete er als Managing Director und Vice President eines der größten globalen Werbegeschäfte des Tech-Riesen.
Mortensen löst Jed Dederick ab, der nach über 13 Jahren bei Trade Desk seinen CRO-Posten räumt. Dederick bleibt bis Jahresende im Unternehmen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. CEO Jeff Green würdigte Dedericks Rolle beim Aufstieg des Unternehmens von einem Start-up zu einem S&P 500-Konzern.
Der neue CRO kündigte bereits seine Schwerpunkte an: beschleunigtes Wachstum in lukrativen Bereichen wie Connected TV und Retail Media. Dabei will er die hauseigenen Technologieplattformen Kokai und Koa AI sowie branchenweite Initiativen wie Unified ID 2.0 vorantreiben.
Amazon verstärkt den Konkurrenzkampf
Die Personalentscheidung fällt in eine Phase verstärkter Konkurrenz im digitalen Werbemarkt. Ausgerechnet am Tag der Ankündigung wurde bekannt, dass Amazon Agenturen einen kostenlosen Test seiner Demand-Side-Plattform anbietet – ein direkter Angriff auf Trade Desks Kerngeschäft.
Die Aktie reagierte schwach auf die Gemengelage: Am Dienstag schloss der Titel bei 51,66 Dollar und verlor 3,64 Prozent.
Quartalszahlen stehen im Fokus
Bereits am 6. November nach Börsenschluss legt Trade Desk seine Zahlen für das dritte Quartal 2025 vor. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 0,44 Dollar bei Umsätzen von rund 718,16 Millionen Dollar. Das entspräche einem Wachstum von 7,32 Prozent beim Gewinn und 14,35 Prozent beim Umsatz im Jahresvergleich.
Die Zahlenvorlage wird zum ersten Lackmustest für die neue Führungsstruktur – und zur Gelegenheit, die Strategie gegen die wachsende Konkurrenz zu erläutern.
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