TotalEnergies sichert sich einen weiteren Abnehmer im wachstumsstarken chinesischen Gasmarkt. Der Konzern hat mit der Jiangsu Guoxin Group eine Absichtserklärung (Heads of Agreement) über jährlich 900.000 Tonnen Flüssigerdgas unterzeichnet. Die Laufzeit beträgt 15 Jahre.
Lieferstart 2028
Die Lieferungen sollen 2028 beginnen, vorbehaltlich des Abschlusses der endgültigen Kaufverträge. Bis dahin handelt es sich also um eine Vorstufe, nicht um einen finalen Vertrag. Das LNG geht an das neue Terminal von Jiangsu Guoxin in Rudong. Dort dient es der städtischen Gasversorgung und der flexiblen Stromerzeugung, vor allem zur Deckung von Spitzenlasten.
Jiangsu gilt als zweitgrößte Provinz Chinas gemessen an Wirtschaftsleistung und Erdgasverbrauch. Der Partner ist ein staatliches Investitionsunternehmen der Provinzregierung mit Schwerpunkt auf Energie, Finanzen und strategischen Zukunftsbranchen.
Integriertes Modell als Argument
Für TotalEnergies passt der Abschluss zur Strategie. Der Konzern zählt nach eigenen Angaben zu den drei größten LNG-Anbietern der Welt, mit einem Portfolio von 44 Millionen Tonnen im Jahr 2025. Er deckt die gesamte Kette ab, von der Verflüssigung über den Transport bis zum Handel. Hinzu kommt Zugang zu Regasifizierungskapazitäten in Europa.
LNG-Chef Gregory Joffroy verwies auf die Belastbarkeit dieses Modells. Der Konzern habe trotz erheblicher Störungen in diesem Jahr weiter liefern können. Erdgas soll zudem laut Unternehmensziel bis 2030 auf nahezu die Hälfte des Absatzmixes steigen.
Schmieröle für den US-Markt
Eine kleinere Meldung kommt aus dem Marketing-Geschäft. TotalEnergies Marketing USA hat mit dem Teilehändler SSF Imported Auto Parts einen Vertriebsvertrag für Pkw-Motoröle der Marke ELF geschlossen. SSF vertreibt die Produkte über 13 Standorte in den USA und bedient vor allem Werkstätten für europäische Fahrzeuge. Finanzielle Details nennt der Konzern nicht, der Effekt auf die Konzernzahlen dürfte überschaubar bleiben.
Der China-Deal ist der gewichtigere Schritt. Er zeigt, dass TotalEnergies seine LNG-Verkäufe für die Zeit ab 2028 bereits breit absichert. Ob aus der Absichtserklärung ein bindender Vertrag wird, entscheidet sich mit der Finalisierung der Kaufverträge. Einen Termin dafür hat der Konzern bislang nicht genannt.
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