TotalEnergies und der italienische Partner Eni haben die finale Investitionsentscheidung für das Gasfeld Cronos vor der Küste Zyperns getroffen. Es ist die erste Gasförderung des Landes überhaupt — und ein weiteres Puzzleteil in der europäischen Suche nach neuen LNG-Quellen abseits Russlands.
Cronos liegt rund 185 Kilometer südwestlich der zyprischen Küste in tiefem Gewässer. Vier Unterwasserbohrungen sollen das Gas fördern, das dann per Pipeline nach Ägypten transportiert und dort im Terminal Damietta zu LNG verflüssigt wird. Der Umweg über bestehende ägyptische Infrastruktur soll den Bau beschleunigen und die Kosten drücken — TotalEnergies-Chef Patrick Pouyanné bezeichnete das Projekt als Beispiel für die eigene Strategie, auf kostengünstige und emissionsarme Vorhaben zu setzen.
Produktionsstart 2028
Die Förderung soll 2028 anlaufen und im Plateau rund 500 Millionen Kubikfuß Gas pro Tag erreichen, umgerechnet etwa 2,8 Millionen Tonnen LNG jährlich. TotalEnergies hält die Hälfte des Blocks 6 und wird auch die Hälfte der Produktion vermarkten, was etwa 1,4 Millionen Tonnen LNG pro Jahr entspricht. Eni fungiert als Betreiber.
Cronos wurde bereits 2022 entdeckt und 2024 erfolgreich getestet. Die vertraglichen Grundlagen stehen seit der Unterzeichnung eines Host Government Agreement im Februar 2025 — sie regeln die Nutzung der Zohr-Infrastruktur, den Gastransit durch Ägypten und den späteren LNG-Verkauf. Perspektivisch könnte das Projekt auch weitere Ressourcen im selben Block erschließen, die in kommenden Kampagnen noch bewertet werden sollen.
Für TotalEnergies fügt sich das Vorhaben in eine deutlich größere LNG-Strategie ein. Der Konzern ist mit einem globalen Portfolio von 44 Millionen Tonnen im Jahr 2025 bereits drittgrößter LNG-Anbieter weltweit und will dieses Volumen bis 2030 auf 60 Millionen Tonnen ausbauen. Neben Cronos ist das Unternehmen in Zypern auch an den Blöcken 11, 7 und 8 beteiligt, teils als Betreiber.
Parallel zur Projektarbeit läuft das laufende Aktienrückkaufprogramm weiter. In der Woche vom 20. bis 24. Juli 2026 kaufte TotalEnergies eigene Aktien an mehreren europäischen Handelsplätzen zurück, unter anderem an der Pariser Börse zu einem gewichteten Durchschnittspreis von rund 70,97 Euro je Aktie.
Mit Cronos verschafft sich TotalEnergies einen zusätzlichen Baustein für die Zeit nach 2028, wenn neue LNG-Kapazitäten weltweit auf den Markt drängen. Ob das Projekt tatsächlich zum angepeilten regionalen Gas-Hub im östlichen Mittelmeer beiträgt, hängt auch davon ab, wie schnell sich die ägyptische Infrastruktur für den zusätzlichen Durchsatz skalieren lässt.
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