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TotalEnergies: Pariser Gericht fordert Scope-3-Daten

Ein Pariser Gericht verlangt von TotalEnergies mehr Offenlegung zu Klimarisiken, lehnt aber ein Verbot neuer Ölprojekte ab. Die Aktie fällt auf ein neues Tief.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gericht verlangt mehr Klimatransparenz
  • Neue Ölprojekte bleiben erlaubt
  • Supercomputer Pangea 5 in Auftrag gegeben
  • Aktie fällt auf neues Jahrestief

Ein Pariser Gericht verpflichtet TotalEnergies zu mehr Transparenz bei Klimarisiken. Gleichzeitig erhält der Konzern grünes Licht für sein Kerngeschäft. Die Aktie fällt trotzdem auf ein neues Tief.

Frankreichs Justiz hat gesprochen: TotalEnergies muss innerhalb von sechs Monaten seinen Sorgfaltspflichtenplan erweitern. Konkret verlangt das Gericht detaillierte Angaben zu den Klimarisiken der verkauften Produkte — den sogenannten Scope-3-Emissionen.

Doch die Kläger aus Nichtregierungsorganisationen erlitten eine klare Niederlage: Ihre Forderung, dem Konzern neue Öl- und Gasprojekte zu verbieten, wies das Gericht ab. Die Begründung: Nach geltendem französischem Recht dürfen Gerichte Unternehmen keine konkreten Klimaziele oder Projektverbote diktieren. TotalEnergies kündigte an, die Offenlegungspflichten zu erfüllen — an der aktuellen Strategie ändert sich nichts.

Supercomputer für die Forschung

Parallel zum juristischen Tauziehen investiert TotalEnergies in Technologie. Der Konzern beauftragte Dell und NVIDIA mit dem Bau von „Pangea 5″. Der neue Supercomputer am Standort in Pau soll die sechsfache Rechenleistung der Vorgängersysteme bieten. Kostenpunkt: über 100 Millionen Euro. Gleichzeitig verspricht das System 40 Prozent weniger Energieverbrauch. Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant. Die Abwärme des Rechners wird künftig die Büros für 2.500 Mitarbeiter klimatisieren.

RSI im Keller

Die Aktie schloss am Freitag bei 67,98 Euro — minus 2,24 Prozent an einem Tag. Auf die Woche gerechnet steht ein Minus von 4,02 Prozent. Der RSI ist auf 28,4 gefallen. Werte unter 30 gelten als überverkauft, was Schnäppchenjäger auf den Plan rufen könnte.

Langfristig bleibt die Aktie im Plus: 20,36 Prozent seit Jahresbeginn. Vom 52-Wochen-Hoch bei 81,36 Euro ist der Kurs 16,45 Prozent entfernt. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 64,33 Euro hält weiterhin als Unterstützung — der Kurs liegt 5,67 Prozent darüber.

Interne Zuversicht

In der kommenden Woche richten sich die Blicke auf drei Faktoren. Erstens: der abgeschlossene Mitarbeiter-Kapitalerhöhung im Juni. Über fünf Millionen Aktien wurden ausgegeben, mehr als die Hälfte der Belegschaft beteiligte sich. Analysten werten das als Vertrauensvotum in die Energiewendestrategie.

Zweitens: der Ölpreis. Die Märkte bleiben nervös nach Berichten über mögliche IEA-Notfallreserven-Freigaben wegen Lieferengpässen im Nahen Osten. Bewegungen bei Brent bestimmen kurzfristig die Richtung der Total-Aktie.

Drittens: die Klimastrategie nach dem Urteil. Marktteilnehmer warten auf Aussagen des Managements zur Überarbeitung des Vigilanzplans und darauf, ob die neuen Scope-3-Daten künftige Investitionszyklen beeinflussen werden.

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