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Im Bild: Dieter Jaworski
Interviewmit Dieter Jaworski

TKMS Aktie: Werden acht MEKO-Fregatten die Marge tragen?

Dieter Jaworski sieht die Bewertung von TKMS an verlässliche Erträge und eine höhere operative Marge geknüpft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zusätzliches MEKO-Los umfasst rund 5,3 Milliarden Euro
  • Bauplatz der zweiten Fregattenserie noch offen
  • Jaworski beziffert den Substanzwert auf 4,56 Milliarden Euro
  • Mittelfristig strebt TKMS über sieben Prozent Marge an

Wie viel Ertrag kann TKMS aus dem auf acht Schiffe ausgeweiteten MEKO-Programm für die Deutsche Marine erzielen, wenn der Bauplatz für die zweite Serie noch offen ist? Die Redaktion spricht über die Umsetzung und die Bewertung mit Dieter Jaworski.

TKMS (DE000TKMS001) — Schlusskurse 13.04.2026 bis 09.10.2026, Angaben in EUR. Stand: 09.10.2026.

TKMS (DE000TKMS001) — Schlusskurse 13.04.2026 bis 09.10.2026, Angaben in EUR. Stand: 09.10.2026.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Das zusätzliche MEKO-Los hat ein Volumen von rund 5,3 Milliarden Euro, der Bauplatz für die zweite Serie ist offen. Wie teuer kann es für TKMS werden, wenn die Fertigung nicht wie geplant funktioniert?

Dieter Jaworski: Ein Auftrag ist noch kein Ertrag. Bei Schiffen dieser Größe können Verzögerungen und höherer Aufwand die Kalkulation über Jahre belasten. Den möglichen Schaden kann ich seriös nicht beziffern; genau das macht ihn für mich zum größten Risiko. Das Programm füllt die Bücher, bindet aber auch Kapazität, lange bevor klar ist, was daran verdient wird.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie sagen: „Ein Auftrag ist noch kein Ertrag.“ Wenn die zusätzlichen Fregatten politisch bewilligt sind, warum bleibt der Auftrag für Sie ein Grund zur Vorsicht?

Dieter Jaworski: Die Zusage steht. Gebaut werden müssen die Schiffe trotzdem erst. Wer den Aufwand unterschätzt, kann an einem großen Auftrag wenig verdienen.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Der Analysten-Konsens sieht mehr Spielraum. Was trägt die Bewertung von TKMS aus eigener Substanz?

Dieter Jaworski: Die Summe der einzeln bewerteten Geschäftsteile nach Berücksichtigung von Barmitteln und Schulden ergibt für mich rund 4,56 Milliarden Euro. An der Börse wird TKMS mit rund 4,71 Milliarden Euro bewertet. Da liegt kein großer verborgener Abschlag. Mein faires Zwölfmonatsniveau von rund 93 Euro hängt deshalb daran, dass aus den Aufträgen verlässlich Erträge werden. Der Wert ist erreichbar, verdient ist er noch nicht.

Kapitalmarktexperten Redaktion: TKMS verfügt über 1,72 Milliarden Euro Netto-Cash und hat Kunden langfristig an seine U-Boot-Plattformen gebunden. Übertreiben Sie das Verlustrisiko?

Dieter Jaworski: Da vermengen Sie Finanzierung und Ertragskraft. Ein erheblicher Teil des Geldes stammt aus Kundenanzahlungen für Programme, die TKMS noch abarbeiten muss. Die Bindung der U-Boot-Kunden erkenne ich an: Ersatzteile und Modernisierungen passen zur jeweiligen Plattform, wie der Unterstützungsvertrag für die deutsche Klasse 212A zeigt. Sie schützt TKMS aber nicht vor einer schlechten Kalkulation beim Fregattenbau.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Wenn Kanada aus der Auswahl von TKMS als bevorzugtem Anbieter einen U-Boot-Vertrag macht, wäre Ihre Vorsicht dann widerlegt?

Dieter Jaworski: Ein Vertrag wäre ein Erfolg. Meine These messe ich laufend an der bereinigten EBIT-Marge: dem um Sondereffekte bereinigten operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Verhältnis zum Umsatz.

Für das im September beendete Geschäftsjahr 2026 hat TKMS bis zu 6,5 Prozent in Aussicht gestellt; mittelfristig sollen es über 7 Prozent sein. Erreicht und hält das Unternehmen diese höhere Marge trotz der zusätzlichen Fregatten, liege ich mit meiner Sorge um die Umsetzung falsch. Ein kanadischer U-Boot-Auftrag allein würde sie noch nicht entkräften.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie beziffern den Substanzwert auf 4,56 Milliarden Euro. Ist der Analysten-Konsens zu optimistisch, und wie lautet Ihr Urteil über TKMS?

Dieter Jaworski: Ja, der Konsens gewichtet die Auftragschancen für meinen Geschmack zu stark. TKMS hat schwer ersetzbares Können und volle Bücher. Für die Bewertung zählt jetzt, was nach dem Bau an Ertrag übrig bleibt. Bis die Marge das belegt, bleibt mein Urteil vorsichtig.

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Diskussion zu TKMS

Dieter Jaworski

Chefredakteur „Smart Trading“, Senior-Analyst bei GeVestor und Architekt der Strategie „Einfach – Intelligent – Investieren“

Über Dieter Jaworski

Dieter Jaworski ist ein renommierter Finanzexperte mit über 40 Jahren Erfahrung in der Aktienanalyse und im Vermögensaufbau. Als Chefredakteur von „Smart Trading“ und Senior-Analyst bei der GeVestor Financial Publishing Group liefert er präzise Analysen und fundierte Anlagestrategien. Seine Philosophie „Einfach – Intelligent – Investieren“ kombiniert tiefes Unternehmenswissen mit einer klaren Fokussierung auf fundamentale Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn, Cashflow und Dividenden. Ob Einsteiger oder erfahrener Investor – Jaworski zeigt, wie man langfristig Vermögen aufbaut, ohne unnötige Risiken einzugehen.

Von der Zahlenbegeisterung zum Börsenprofi

Schon als Kind faszinierten Jaworski Zahlen und logisches Denken. Während seine Mitschüler noch übten, rechnete er bereits mit Leichtigkeit. Diese Leidenschaft prägte seinen Weg: Mit dem ersten Taschengeld plante er, Vermögen aufzubauen, und legte Weihnachtsgeld auf dem Sparbuch an – unüberlegte Ausgaben waren nie sein Stil. Während seines Elektrotechnik-Studiums, das er 1980 nach nur vier Jahren abschloss, vertiefte er sich privat in die Welt der Aktien. Statt auf Anlageberater zu vertrauen, eignete er sich umfassendes Wissen über Märkte und Strategien an.

Einblicke aus der Unternehmenswelt

Nach seinem Studium startete Jaworski bei Siemens, wo er 29 Jahre lang tätig war. Von der Planung globaler Netzwerke in Peking, Chile und den Philippinen bis zur Leitung großer Projekte in Deutschland sammelte er einzigartige Einblicke in die Strukturen großer Konzerne. Diese Erfahrung ist heute sein Markenzeichen: Jaworski weiß, wie Vorstände denken, wie Pressemeldungen zu deuten sind und welche Kennzahlen die Zukunft eines Unternehmens verraten. „Ich kenne die Unternehmen von innen“, sagt er – ein Wissen, das seine Analysen unschätzbar macht.

Erfahrung, die zählt: 29 Jahre bei Siemens, internationale Projekte und tiefes Verständnis für Unternehmensstrukturen machen Jaworski zu einem einzigartigen Analysten.

Professionelle Analyse seit 2002

Seit 2002 ist Jaworski professionell als Aktienanalyst tätig, zunächst bei Gelfarth & Dröge sowie als Gutachter für den Verlag für die Deutsche Wirtschaft. 2007 verließ er Siemens, um sich voll und ganz der Geldanlage zu widmen. Seine Analysen basieren auf einer klaren Maxime: Sicherheit durch fundamentale Daten, ergänzt durch das Potenzial wachstumsstarker Unternehmen. Seit 2014 setzt er seine Strategie erfolgreich im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um, das sich durch Stabilität und Rendite auszeichnet.

Aus Fehlern lernen

Jaworski ist kein Theoretiker – er kennt die Höhen und Tiefen der Börse aus eigener Erfahrung. Während der Dotcom-Blase 2000 verlor er die Hälfte seines Kapitals, weil er auf Versprechungen statt Zahlen setzte. Diese Erfahrung prägte seinen Leitsatz: „Gier frisst Hirn“. Heute setzt er auf ein ausbalanciertes Depot aus „großen Dampfern“ für Sicherheit und „kleinen Schnellbooten“ für Wachstum – eine Strategie, die Anlegern Stabilität und Chancen bietet.

Warum Dieter Jaworski?

Mit Vorträgen auf Events wie dem Dresdner Börsentag und regelmäßigen Beiträgen bei GeVestor ist Jaworski eine feste Größe in der Finanzwelt. Seine Analysen sind praxisnah, seine Strategien erprobt. Ob Geschäftsberichte, Marktbeobachtungen oder innovative Anlagemodelle – Jaworski bleibt am Puls der Zeit. Für ihn ist die Börse kein Zockerspiel, sondern ein Handwerk, das Wissen und Disziplin erfordert.