Binnen 72 Stunden liefert Thyssenkrupp Marine Systems drei Signale, die zeigen, wohin die Reise geht: Die Kostenverhandlungen für Indiens milliardenschweres U-Boot-Programm sind abgeschlossen, die Bundeswehr erhält ein autonomes Unterwasserfahrzeug – und auf der ersten Hauptversammlung als börsennotiertes Unternehmen wird klar, dass TKMS die europäische Marinebranche neu ordnen will.
Indien: Bis zu 9 Milliarden Dollar für sechs U-Boote
Die indische Marine hat die Kostenverhandlungen mit TKMS für Project 75 India (P-75I) abgeschlossen. Sechs diesel-elektrische U-Boote auf Basis des TKMS-Typs 214 sollen bei der staatlichen Werft Mazagon Dock Shipbuilders entstehen. Der Projektwert liegt zwischen 66.000 und 70.000 Crore Rupien – umgerechnet 8 bis 9 Milliarden US-Dollar.
Nach langen technischen und kommerziellen Gesprächen zwischen Verteidigungsministerium, Mazagon Dock und TKMS durchläuft der Vorschlag nun die Finanzkontrolle. Danach folgt die Vorlage beim Kabinettssicherheitsausschuss. Die formelle Vertragsunterzeichnung, ursprünglich für Ende März geplant, dürfte sich in das neue Fiskaljahr verschieben.
Sollte der Vertrag wie erwartet unterzeichnet werden, wäre er der teuerste konventionelle U-Boot-Vertrag weltweit. Für TKMS würde er den Auftragsbestand weiter stärken – der liegt bereits bei 18,7 Milliarden Euro.
BlueWhale: Größtes autonomes Unterwasserfahrzeug übergeben
Am 25. Februar hat TKMS gemeinsam mit Israel Aerospace Industries das autonome Unterwasserfahrzeug BlueWhale an die Deutsche Marine übergeben. Mit 10,9 Metern Länge, 1,12 Metern Durchmesser und 5,5 Tonnen Gewicht ist es das bislang größte unbemannte System dieser Art in der Bundeswehr.
Das Fahrzeug ist für weiträumige Aufklärung ausgelegt. TKMS und seine Tochter ATLAS ELEKTRONIK haben ein fortschrittliches Schleppsonar integriert, das U-Boote und andere Unterwasserfahrzeuge bistatisch detektieren und verfolgen kann. Die Tests verliefen so überzeugend, dass die Beschaffung beschleunigt wurde. BlueWhale ist ein zentraler Bestandteil des Zielbilds Marine 2035+.
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Erste Hauptversammlung: Konsolidierung und Kanada im Fokus
Zwei Tage nach der BlueWhale-Übergabe fand die erste ordentliche Hauptversammlung als börsennotiertes Unternehmen statt. CEO Oliver Burkhard machte deutlich, dass TKMS die europäische Marinebranche konsolidieren will. Ein unverbindliches Übernahmeangebot für German Naval Yards Kiel liegt vor, die Gespräche sollen intensiviert werden.
Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 zeigt sich TKMS vorsichtig: Der Umsatz soll zwischen minus einem und plus zwei Prozent liegen, das bereinigte EBIT zwischen 100 und 150 Millionen Euro. Das Neugeschäft war im Vorjahr um das Sechsfache auf 8,8 Milliarden Euro gestiegen, das bereinigte EBIT kletterte um 53 Prozent auf 131 Millionen Euro.
Eine Dividende will TKMS ab dem Geschäftsjahr 2025/26 zahlen: 30 bis 50 Prozent des Nettogewinns sollen ausgeschüttet werden.
Kanada entscheidet im Frühjahr
Die nächste Großentscheidung steht bevor. Nach Einreichung der finalen Angebote Anfang März will die kanadische Regierung zwischen Mai und Juni 2026 den Gewinner für die Beschaffung von zwölf konventionellen U-Booten verkünden. TKMS tritt gegen Südkoreas Hanwha Ocean an. Ein Auftragserfolg würde die Auftragsbücher auf Jahrzehnte füllen.
Die TKMS-Aktie notiert bei 94,50 Euro und liegt damit knapp sechs Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 100,60 Euro vom 22. Januar. Mit den abgeschlossenen Indien-Verhandlungen und der bevorstehenden Kanada-Entscheidung rücken zwei potenzielle Milliarden-Aufträge in greifbare Nähe.
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