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TKMS Aktie: Überraschend starke Ergebnisse

TKMS schließt strategische Kooperation mit Navantia und wartet auf Milliardenentscheidungen in Kanada und Deutschland. Das Auftragsbuch erreicht mit über 20 Mrd. Euro einen Rekordwert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Strategische Allianz mit spanischem Werftenkonzern Navantia
  • Warten auf Milliardenentscheidungen in Kanada und Deutschland
  • Auftragsbuch übersteigt 20 Milliarden Euro
  • Umsatzwachstumsprognose für 2026 angehoben

Neue Partnerschaft, volle Auftragsbücher — und zwei Milliardenentscheidungen, die noch ausstehen. TKMS erlebt gerade eine der geschäftigsten Phasen seit dem Börsengang.

Am 15. April haben TKMS und der spanische Staatskonzern Navantia ein Kooperations-Memorandum unterzeichnet. Ziel ist eine gemeinsame Produktion von TKMS-Entwürfen — vor allem U-Booten — in spanischen Werften. Der Hintergrund: Europa kämpft mit Kapazitätsengpässen, während die Nachfrage nach Marinehardware wächst. TKMS-Chef Oliver Burkhard nennt das Abkommen ein „wichtiges Signal für die europäische maritime Verteidigung“. Miguel López, CEO der Mehrheitsaktionärin thyssenkrupp, sieht darin einen Weg, die wachsende internationale Nachfrage überhaupt bedienen zu können.

Zwei Werften, zwei Auftragslisten

So vielversprechend die Allianz klingt — die Umsetzung ist komplex. Beide Unternehmen haben laufende Verpflichtungen. TKMS baut Type-212CD-U-Boote für Deutschland und Norwegen. Navantia konzentriert sich auf vier spanische S-80-Boote. Wie neues Geschäft priorisiert wird, bleibt offen. Das MoU ist zunächst eine Absichtserklärung, keine Produktionsvereinbarung.

Parallel läuft in Kanada die Uhr. Ottawa hat ursprüngliche Angebote für sein U-Boot-Programm abgelehnt und verlangt bis zum 29. April überarbeitete Vorschläge. Gefordert sind nicht nur Schiffe, sondern konkrete Investitionszusagen in die kanadische Industriebasis. Der Type 212CD ist einer von zwei qualifizierten Kandidaten — neben dem KSS-III von Hanwha Ocean.

Auftragsbuch auf Rekordniveau

Das Zahlenwerk gibt TKMS Rückenwind. Das Auftragsbuch hat die Marke von 20 Milliarden Euro überschritten. Das Management hob die Umsatzwachstumsprognose für das laufende Jahr auf zwei bis fünf Prozent an. Im ersten Quartal 2026 erzielte TKMS einen Umsatz von 545 Millionen Euro bei einer Bruttomarge von 17 Prozent.

Hinzu kommt ein potenziell wegweisendes Projekt im Überwasserbereich: TKMS gilt als einzig verbliebener Bieter für Deutschlands F127-Luftverteidigungsfregatte. Das Projektvolumen liegt bei rund 26 Milliarden Euro. Der Haushaltsausschuss stimmt am 24. Juni über die Finanzierung ab.

Kurs unter dem 50-Tage-Schnitt

Die Aktie notiert bei 85,30 Euro und damit knapp fünf Prozent unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von gut 23 Prozent — gemessen am 52-Wochen-Tief von November 2025 hat sich der Kurs fast halbiert, in der falschen Richtung gelesen.

Der RSI liegt bei 32, was auf eine überverkaufte Zone hindeutet. Ob das Kanada-Angebot Ende April und die F127-Entscheidung im Juni den nächsten Kursimpuls liefern, wird sich an konkreten Vertragsabschlüssen entscheiden — nicht an Absichtserklärungen.

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