Ende April läuft die Bewertungsphase für das Fregattenprogramm F126 ab — und für den Kieler Rüstungskonzern TKMS könnte das Ergebnis den Wert eines bereits gesicherten Auftrags deutlich schmälern.
Das F126-Dilemma
Rheinmetall will mit seiner Division Naval Systems als neuer Generalunternehmer in das F126-Programm einsteigen und damit die niederländische DAMEN-Werft ablösen. Das Bundesverteidigungsministerium unterstützt diesen Wechsel. Bis Ende April muss Rheinmetall gegenüber dem Beschaffungsamt BAAINBw signalisieren, ob es die künftigen Vertragsbedingungen erfüllen kann.
Für TKMS ist das eine ungünstige Konstellation. Das Unternehmen hatte einen Vorvertrag über rund 250 Millionen Euro für vier MEKO-A-200-Fregatten gesichert — als Brückenlösung für Kapazitätslücken bei der U-Boot-Jagd, die durch Verzögerungen beim F126-Projekt entstanden. Steigt Rheinmetall erfolgreich ein, sinkt der Bedarf an diesen Schiffen erheblich.
Strukturell ist TKMS allerdings abgesichert: Der Bundestag hat für eine mögliche F126-Alternativlösung einen Rahmen von 7,8 Milliarden Euro bereitgestellt — genug für bis zu acht MEKO-A-200-Einheiten.
F127 als eigentlicher Hauptpreis
Das deutlich größere Programm wartet im Hintergrund. Für das F127-Luftverteidigungsfregattenprogramm gilt TKMS derzeit als einziger verbleibender Bieter — gemeinsam mit Rheinmetall im Konsortium. Das geschätzte Projektvolumen liegt bei 26,2 Milliarden Euro. Am 24. Juni stimmt der Haushaltsausschuss des Bundestages über die Finanzierung ab.
Ins Rennen geht TKMS mit solider operativer Basis. Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 545 Millionen Euro bei einer Bruttomarge von 17 Prozent. Das Management hob daraufhin die Jahresprognose auf bis zu fünf Prozent Umsatzwachstum an. CFO Paul Glaser bestätigte, dass das Auftragsbuch — inklusive eines neuen Folgeauftrags aus Norwegen — die Schwelle von 20 Milliarden Euro überschritten hat.
Kapazitäten für Großaufträge
Parallel baut TKMS seine Produktionskapazitäten aus. Am Standort Wismar sollen bis Ende 2029 schrittweise bis zu 1.500 Arbeitsplätze entstehen. Die geplanten Investitionen von über 200 Millionen Euro umfassen neue Halleninfrastruktur und eine Produktionslinie für U-Boote. Wismar soll neben Kiel zum zweiten großen deutschen TKMS-Standort werden.
Die Aktie notiert aktuell bei 84 Euro — rund 16 Prozent unter dem Jahreshoch von 100,60 Euro vom Januar, aber seit Jahresbeginn noch immer gut 21 Prozent im Plus. Der RSI von 32 signalisiert eine überverkaufte Lage.
Dichter Kalender bis Sommer
Nach der F126-Vorentscheidung Ende April folgt im Mai der nächste Quartalsbericht. Ebenfalls im Mai und Juni fällt Kanadas finale Entscheidung über zwölf U-Boote — ein weiterer potenziell milliardenschwerer Auftrag. Den Abschluss bildet die Haushaltsausschuss-Abstimmung zur F127-Finanzierung am 24. Juni. Innerhalb von zwei Monaten entscheidet sich damit, wie voll das ohnehin prall gefüllte Auftragsbuch von TKMS künftig aussieht.
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