Der maritime Rüstungskonzern thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) hat solide Quartalszahlen vorgelegt – doch das eigentliche Thema ist ein anderes: In den kommenden Wochen entscheidet Kanada über einen U-Boot-Auftrag im Wert von bis zu 37 Milliarden Euro. TKMS ist einer von zwei verbliebenen Bietern.
Starkes Auftragspolster, angehobene Prognose
Das erste Quartal 2026 verlief operativ erfreulich. Der Umsatz lag stabil bei 545 Millionen Euro, die Bruttomarge stieg von 15,2 auf 17 Prozent, und der freie Cashflow war mit plus 33 Millionen Euro positiv. Auf dieser Basis hob das Management die Jahresprognose an: Statt ursprünglich -1 bis +2 Prozent Umsatzwachstum rechnet TKMS nun mit +2 bis +5 Prozent für das laufende Geschäftsjahr.
Der Auftragsbestand kletterte um 13 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro – und überschritt durch einen nachgelagerten Auftrag des norwegischen Parlaments für zwei weitere U-Boote der 212CD-Klasse kurz darauf die Marke von 20 Milliarden Euro. Gegenüber 2020 hat sich das Orderpolster damit mehr als verdreifacht.
Kanada als potenzieller Gamechanger
Zwischen Mai und Juni 2026 fällt die kanadische Vergabeentscheidung über zwölf konventionelle U-Boote. Das Auftragsvolumen: bis zu 37 Milliarden Euro. TKMS bewirbt sich mit der 212CD-Klasse, die speziell für arktische Einsätze ausgelegt ist. Der einzige verbliebene Konkurrent ist das südkoreanische Unternehmen Hanwha Ocean.
Um die Chancen zu verbessern, hat TKMS gezielt ein nordamerikanisches Partnernetzwerk aufgebaut. Anfang März unterzeichnete das Unternehmen ein Teaming Agreement mit CAE für Trainings- und Simulationslösungen. Bereits im Februar folgte eine Partnerschaft mit Magellan Aerospace für die lokale Produktion von Schwertorpedos – ein Faktor, der bei staatlichen Rüstungsvergaben häufig den Ausschlag gibt.
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Kanada ist dabei nicht das einzige laufende Großprojekt. In Indien ist TKMS der einzige verbliebene Bieter für sechs Diesel-Elektro-U-Boote mit einem Projektwert von rund 8 bis 9 Milliarden US-Dollar. Die Kostenverhandlungen sind abgeschlossen, die Vertragsunterzeichnung verschiebt sich jedoch ins neue indische Fiskaljahr. Im deutschen F-127-Fregatten-Programm ist TKMS ebenfalls der einzige verbliebene Bieter.
Infrastruktur wächst mit den Ambitionen
Parallel zur Auftragsdynamik investiert TKMS massiv in die eigene Kapazität. Der Standort Wismar wird für rund 200 Millionen Euro zur Hybrid-Werft für U-Boote und Fregatten ausgebaut – mit bis zu 1.500 neuen Arbeitsplätzen bis Ende 2029. Die Teilproduktion soll noch Ende 2026 anlaufen. Am Stammstandort Kiel wurden bereits 250 Millionen Euro investiert. Ergänzt wird das Portfolio durch die Übergabe der autonomen Unterwasserdrohne „BlueWhale“ an die Deutsche Marine, die bis auf 300 Meter tauchen und zwei bis drei Wochen autonom operieren kann.
Die Aktie notiert aktuell bei 91,80 Euro und damit rund 8,75 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Am 11. Mai 2026 erscheinen die nächsten Quartalszahlen – kurz bevor Kanada seine Entscheidung bekanntgibt. Ob TKMS den Zuschlag erhält, wird maßgeblich bestimmen, wie das Unternehmen sein mittelfristiges Ziel eines jährlichen Umsatzwachstums von rund zehn Prozent einlösen kann.
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