TKMS unterzeichnet heute ein zweites Memorandum mit der spanischen Navantia. Das klingt nach Verwaltungsroutine. Ist es aber nicht: Der deutsche Werftenkonzern sucht sein Heil zunehmend außerhalb Deutschlands, während zuhause ein Programm nach dem anderen ins Stocken gerät.
Die Aktie notiert bei 81,20 Euro, ein Plus von 0,87 Prozent am Freitag. Seit Jahresanfang steht ein Kursgewinn von 22,66 Prozent zu Buche. Das ist die ruhige Oberfläche. Darunter passiert gerade etwas, das ich für die eigentliche Geschichte halte.
Die Navantia-Karte
Das MoU ist mehr als eine Absichtserklärung. Bis Ende 2026 soll ein fester Kooperationsrahmen stehen. Ziel ist die gemeinsame Bewerbung um das kanadische U-Boot-Programm – ein Volumen von rund 60 Milliarden Euro inklusive Wartung.
Ich halte diese Partnerschaft für strategisch klug. TKMS und Navantia bündeln komplementäre Fähigkeiten, ohne sich in eine komplexe Fusion zu verstricken. Für Anleger zählt vor allem eins: TKMS erhöht damit seine Schlagkraft gegen die starke südkoreanische Konkurrenz durch Hanwha Ocean.
Heimspiel mit Hindernissen
Während TKMS international punktet, bleibt die Lage in Deutschland kompliziert. Rheinmetall zögert aktuell bei der Übernahme von German Naval Yards Kiel. TKMS selbst hatte sich aus diesem Prozess bereits zurückgezogen.
Der Stopp des Fregattenprogramms F-126 durch das Verteidigungsministerium im Juni wirkt bis heute als Bremsklotz. Das zeigt: Auf politische Entscheidungen in Berlin ist derzeit kein Verlass.
Ein Lichtblick bleibt die Kooperation mit Saab bei der Ausrüstung der deutschen F128-Fregatten. Sie wurde erst vor wenigen Tagen konkretisiert und sichert TKMS eine Auslastung von 2029 bis 2032.
Was der Kurs gerade sagt
Der Kurs liegt aktuell fast punktgenau auf dem 200-Tage-Durchschnitt, nur 0,40 Prozent darüber. Das deutet auf eine Stabilisierung nach der Korrektur der vergangenen Monate hin – die Aktie notiert immer noch 23,81 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom Oktober.
Bemerkenswert: Die Deutsche Bank hat heute ihre Kaufempfehlung bestätigt, mit einem Kursziel von 110 Euro. Das würde gegenüber dem aktuellen Niveau ein deutliches Aufwärtspotenzial bedeuten.
Mein Fazit
TKMS bleibt für mich eine Wette auf die internationale Bühne, nicht auf Berlin. Wer glaubt, dass die Navantia-Allianz den Durchbruch in Kanada bringt, findet hier ein Einstiegsniveau weit unter den Höchstständen des Vorjahres. Die Abhängigkeit von politischen Entscheidungen in Deutschland bleibt das größte Risiko.
Die heutige Nachricht aus Spanien zeigt trotzdem: TKMS sucht den Erfolg jenseits der deutschen Küsten – und findet ihn womöglich auch. Die Chancen für eine Fortsetzung der diesjährigen Erholung überwiegen aus meiner Sicht, vorausgesetzt die U-Boot-Allianz mit Navantia steht bis Jahresende tatsächlich.
TKMS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TKMS-Analyse vom 24. Juli liefert die Antwort:
Die neusten TKMS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TKMS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
TKMS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
