Thyssenkrupps Rüstungstochter TKMS feiert einen gewaltigen Erfolg im deutschen Fregattengeschäft. Der Konkurrent Rheinmetall geht bei der Vergabe leer aus. Die Börse reagiert erstaunlich kühl. Die TKMS-Aktie rutschte am Freitag um 3,78 Prozent ab.
Milliarden-Deal für die Marine
Das Bundesverteidigungsministerium strukturiert sein Marineprogramm offenbar radikal um. Ursprünglich stand das Projekt F126 im Fokus. Nun plant die Bundeswehr laut Medienberichten mit einer größeren Flotte des Typs MEKO A-200. Diese Schiffe stammen direkt aus der Entwicklung von TKMS. Rheinmetall wollte das bisherige Programm übernehmen und fertigstellen. Dieser Plan ist nun gescheitert. Für TKMS bedeutet der Zuschlag einen massiven Umsatzbringer.
Starke Auftragslage, schwacher Kurs
Der Markt hatte die gute Nachricht bereits vorweggenommen. Am Mittwoch sprang der Kurs nach ersten Gerüchten um über elf Prozent nach oben. Am Freitag nahmen Anleger dann Gewinne mit. Das Papier schloss bei 73,90 Euro. Auf Wochensicht steht damit ein leichtes Minus von 1,34 Prozent auf der Anzeigetafel.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der Kurs rutschte zuletzt unter die wichtige 50-Tage-Linie. Seit dem Jahreshoch von 102,90 Euro im Januar hat der Titel über 28 Prozent eingebüßt. Immerhin verzeichnet die Aktie seit Jahresanfang noch ein leichtes Plus.
Volle Bücher, knapper Cashflow
Fundamental strotzt das Unternehmen vor Kraft. Der Auftragsbestand liegt bei massiven 20 Milliarden Euro. Die operative Marge soll im laufenden Jahr auf über sechs Prozent steigen. Die Kehrseite: Der freie Cashflow rutschte im ersten Halbjahr auf minus 72 Millionen Euro ab.
Der gewonnene Fregattenauftrag sichert nicht nur den Bau der Schiffe. Er verspricht auch lukrative und langfristige Wartungsverträge. Das Management muss nun beweisen, dass es diese Großprojekte profitabel abwickeln kann. Gelingt der Turnaround beim Cashflow, bietet das aktuelle Kursniveau eine solide Basis für eine Erholung.
