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Symbolbild, KI-generiert

TKMS Aktie: Kanada-Programm über 15 Milliarden Euro

TKMS baut den Auftragsbestand aus, doch die Aktie gibt nach. Rahmenvertrag, Golf-Anfragen und Kanadas U-Boot-Programm prägen den Ausblick.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • TKMS-Aktie verliert zwei Prozent
  • Rahmenvertrag mit Bundeswehr unterzeichnet
  • Auftragsbestand erreicht 20,1 Milliarden Euro
  • Kanada-Programm bleibt noch offen

TKMS-Aktien gaben am heutigen Mittwoch um 2,0 Prozent auf 84,80 Euro nach, nachdem der Titel bereits am Vortag bei 86,50 Euro geschlossen hatte. Ein unternehmensspezifischer Auslöser für den Rücksetzer ist nicht erkennbar – der gesamte Rüstungssektor, darunter Rheinmetall, HENSOLDT und RENK, zeigte sich Anfang September schwächer. Die Konsolidierung nach der monatelangen Rüstungs-Rally trifft TKMS damit ungeachtet einer operativ soliden Auftragslage.

Denn abseits der Kursbewegung mehren sich die Signale für zusätzliche Nachfrage. Vorstandschef Oliver Burkhard beschrieb die Lage vor rund einem Monat mit den Worten, alle Kunden hätten Geld, aber keine Zeit mehr – die Herausforderung liege inzwischen in der Auftragsabwicklung, nicht in der Auftragsgewinnung.

Nach dem Iran-Konflikt registriert TKMS demnach neue Anfragen von Anrainerstaaten des Persischen Golfs, die vor allem an Minenräumfähigkeiten interessiert sind.

Rahmenvertrag mit der Bundeswehr unterzeichnet

Parallel dazu unterzeichnete TKMS mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) einen Rahmenvertrag über Schwergewichtstorpedos und Ausrüstung für U-Boote der Klasse 212CD.

Der Vertrag ergänzt das bereits umfangreiche Auftragsbuch, das durch die norwegische Bestellung zweier weiterer Boote derselben Klasse – insgesamt sechs für die norwegische Marine – zusätzlich gewachsen war.

Nach Ende des dritten Quartals kam zudem der bislang größte Überwasser-Auftrag der Unternehmensgeschichte hinzu: vier Fregatten für die Deutsche Marine mit Option auf vier weitere, der erst im vierten Geschäftsquartal verbucht wird.

Der Auftragsbestand erreichte zum Ende des dritten Quartals des Geschäftsjahres 2025/26 rund 20,1 Milliarden Euro. Im Neunmonatszeitraum kamen Aufträge im Volumen von 3.617 Millionen Euro hinzu, nach 8.598 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum – das Book-to-Bill-Verhältnis lag dennoch bei etwa dem Zweifachen des Umsatzes.

Besonders stark entwickelte sich das Segment Atlas Electronics mit einem Umsatzplus von 31 Prozent und einem ebenso starken Anstieg beim bereinigten operativen Ergebnis auf 59 Millionen Euro. Im Segment Submarines vervierfachte sich das bereinigte EBIT.

Kapazitäten in Wismar werden ausgebaut

Um die volle Auftragspipeline abzuarbeiten, treibt TKMS den Kapazitätsausbau am Werftstandort Wismar voran. Weitere Großaufträge zeichnen sich in Indien, Brasilien und Deutschland ab.

Besonders im Blick der Anleger bleibt das kanadische U-Boot-Programm, bei dem TKMS als bevorzugter Bieter für bis zu zwölf Boote gilt – ein Volumen von mehr als 15 Milliarden Euro allein für die Schiffe. Eine Finalisierung wird bis Ende des Kalenderjahres 2027 angestrebt.

Die Jahresprognose für 2025/26 wurde vor rund einem Monat angehoben, seither hat sich der Kurs jedoch um 12,0 Prozent zurückgebildet – ein Hinweis darauf, dass positive operative Nachrichten den Titel zuletzt nicht mehr trugen. Auch die Hochstufung durch Bernstein vor etwa einem Monat änderte daran wenig: Der Kurs verlor seither 18,3 Prozent.

Aktuell notiert die Aktie mit 84,80 Euro rund 2,7 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 87,19 Euro, während der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro bei 22 Prozent liegt. Die operative Dynamik aus Golf-Nachfrage, Bundeswehr-Rahmenvertrag und dem kanadischen Programm liefert damit weiterhin Substanz – die Kursreaktion darauf bleibt vorerst aus.

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