TKMS hat mit seinen Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 die eigenen Ziele deutlich angehoben – ein Beleg dafür, dass die Auftragswelle im Marineschiffbau sich zunehmend in der Ertragslage niederschlägt. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten bis zum 30. Juni auf 1.890 Millionen Euro, ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBIT legte um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro zu.
Guidance kräftig angehoben
Auf Basis dieser Entwicklung schraubte das Unternehmen seine Jahresprognose deutlich nach oben. Statt eines Umsatzwachstums von 2 bis 5 Prozent erwartet TKMS für das laufende Geschäftsjahr nun 10 bis 12 Prozent.
Die bereinigte EBIT-Marge soll bis zu 6,5 Prozent erreichen, nach zuvor „mehr als 6 Prozent“. Mittelfristig hält der Konzern an seinem Ziel fest, den Umsatz jährlich um rund 10 Prozent zu steigern und dabei eine bereinigte EBIT-Marge von über 7 Prozent zu erwirtschaften.
Gestützt wird diese Ambition von einem Auftragsbestand, der zum Stichtag 30. Juni mit 20,1 Milliarden Euro einen Rekordwert erreichte. Damit verfügt TKMS über eine Auftragsbasis, die weit über die laufende Umsatzperiode hinausreicht und Planungssicherheit für die kommenden Jahre schafft.
Kooperation mit Navantia und offene Großprojekte
Parallel zu den Zahlen unterzeichnete TKMS eine Absichtserklärung mit dem spanischen Werftkonzern Navantia. Beide Unternehmen wollen die Zusammenarbeit bei U-Boot-Projekten bis Jahresende konkretisieren, mit dem Ziel, Kapazitäten auszubauen und Lieferzeiten zu verkürzen. Angesichts der langen Vorlaufzeiten im U-Boot-Bau könnte eine solche Partnerschaft helfen, den prall gefüllten Auftragsbestand schneller abzuarbeiten.
Auf der Beschaffungsseite bleiben mehrere Großprojekte in der Pipeline. In Kanada gilt TKMS als bevorzugter Anbieter für bis zu zwölf U-Boote, ein Vertrag steht allerdings noch aus. Mit Indien laufen finale Verhandlungen über sechs U-Boote plus einer Option auf drei weitere Einheiten. Beide Vorhaben sind noch nicht unterzeichnet, würden den Auftragsbestand im Erfolgsfall aber nochmals erheblich ausweiten.
Cashflow belastet, Kursreaktion verhalten
Ein Wermutstropfen der Neunmonatszahlen ist der freie Cashflow, der mit minus 204 Millionen Euro deutlich negativ ausfiel – nach plus 631 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. TKMS begründet dies mit erwarteten Auszahlungen im Zuge der Vertragserfüllung, also mit Vorleistungen für die laufenden Großaufträge.
An der Börse hat die Aktie die Nachrichtenflut zuletzt eher verdaut als gefeiert: Seit dem Bernstein-Upgrade Anfang August und den anschließenden Zahlen ist der Kurs um 13,2 Prozent gefallen. Am Freitag schloss das Papier bei 90,10 Euro, ein Minus von 1,2 Prozent auf Tagesbasis.
Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 13 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Rücksetzer eher eine Verschnaufpause nach starkem Lauf ist als eine fundamentale Neubewertung. Die operative Entwicklung bei Umsatz, Marge und Auftragsbestand liefert Anlegern jedenfalls handfeste Argumente, warum die mittelfristige Wachstumsstory intakt bleibt.
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