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Symbolbild, KI-generiert

TKMS Aktie: F127-Entscheidung am 24. Juni

Solide Halbjahreszahlen, volle Auftragsbücher, bestätigte Ziele — und trotzdem fällt die Aktie. Bei TKMS reicht der operative Fortschritt derzeit nicht aus, um den Markt zu beruhigen. Der Blick richtet sich stärker auf Kapazitäten, Margen und den Bieterwettbewerb um German Naval Yards Kiel.

Am Dienstag notiert die Aktie bei 74,70 Euro und verliert 1,06 Prozent. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 12,53 Prozent, obwohl das Papier seit Jahresanfang noch im Plus liegt.

Geschäft zieht an, Marge bleibt Thema

Operativ lieferte TKMS solide ab. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr auf 1,17 Milliarden Euro, ein zweistelliger Zuwachs. Das bereinigte EBIT legte um 14 Prozent auf 60 Millionen Euro zu.

Besonders das zweite Quartal brachte Schwung. Der Umsatz erreichte 624 Millionen Euro und lag damit 22 Prozent über dem Vorjahreswert. Damit übertraf TKMS die Erwartungen deutlich.

Die Jahresprognose bleibt unverändert. Für 2025/26 peilt der Vorstand weiter ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent an. Bei der Profitabilität ist noch Arbeit nötig: Die bereinigte operative Marge lag im ersten Halbjahr bei 5,1 Prozent, das Ziel bleibt mehr als sechs Prozent.

Unternehmenschef Oliver Burkhard stellt für die zweite Geschäftsjahreshälfte eine bessere Profitabilität in Aussicht. Genau dort liegt der Knackpunkt. Der Markt honoriert Wachstum nur begrenzt, wenn die Margen noch nicht mitziehen.

Auftragsbestand stützt, Neugeschäft schwankt

Der Auftragsbestand bleibt der wichtigste Stabilitätsanker. TKMS sitzt auf Bestellungen über 20,6 Milliarden Euro, was rechnerisch rund acht Jahre Umsatz abdeckt. Der Auftragseingang erreichte 2,5 Milliarden Euro und wurde unter anderem von norwegischen U-Booten der Klasse 212CD sowie Atlas-Torpedos getragen.

Das gibt Sichtbarkeit. Es löst aber nicht automatisch das Kapazitätsproblem. Die Nachfrage nach Marineprodukten steigt in Europa spürbar, während Werften und spezialisierte Ressourcen knapp sind.

Genau deshalb rückt German Naval Yards Kiel in den Mittelpunkt. TKMS führt seit einem unverbindlichen Angebot im Januar 2026 Gespräche mit den Eigentümern. Rheinmetall hat ebenfalls ein unverbindliches Angebot vorgelegt und damit den Druck erhöht.

Burkhard bremste überzogene Erwartungen. „Wir sind nicht bereit, jeden Preis der Welt zu zahlen“, sagte er. TKMS verweist im Wettbewerb auf Erfahrung und bestehende Kooperationsmöglichkeiten, will aber offenbar keine überteuerte Transaktion erzwingen.

Navantia und F127 als Wegmarken

Parallel sucht TKMS nach anderen Wegen, Kapazität zu sichern. Die Absichtserklärung mit Navantia sieht eine mögliche Fertigung von TKMS-Konstruktionen in spanischen Werften vor, vor allem bei U-Booten. Das wäre keine schnelle Lösung, aber ein Signal: Die Kieler können das Wachstum nicht allein über bestehende Standorte abfedern.

Auch Kanada bleibt wichtig. TKMS konkurriert dort mit Hanwha Ocean um den Bau von bis zu zwölf U-Booten. Beide Anbieter versuchen, ihre Chancen über Industriepartnerschaften im Land zu verbessern.

In Deutschland steht das F127-Programm an. Ein von TKMS geführtes Joint Venture ist alleiniger Bieter, TKMS hält 66 Prozent daran. Am 24. Juni soll der Haushaltsausschuss über die Finanzierung des auf 26,2 Milliarden Euro geschätzten Programms beraten.

Bernstein bleibt nach den Zahlen bei „Market-Perform“ und einem Kursziel von 83 Euro. Die Begründung passt zum Marktbild: Umsatz und U-Boot-Profitabilität überzeugen, die Gesamtmarge noch nicht. Bis zur Entscheidung über F127 und mehr Klarheit bei GNYK dürfte genau diese Mischung den Kurs prägen.

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