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TKMS Aktie: Erfolgreich aufgestiegen!

Thyssenkrupp Marine Systems bewirbt sich mit Unterstützung von Volkswagen um einen U-Boot-Auftrag in Kanada im Wert von bis zu 40 Milliarden Euro. Die Aktie konsolidiert nach Börsengang bei vollem Auftragsbuch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Milliardenprojekt für bis zu zwölf U-Boote in Kanada
  • Volkswagens Gigafactory als Trumpf gegen Südkorea
  • Rekordauftragsbestand nach Abspaltung von Thyssenkrupp
  • Aktienkurs konsolidiert nach starkem Aufstieg in den MDAX

Thyssenkrupp Marine Systems startet mit Rückenwind ins neue Jahr – und steht gleichzeitig vor einer potenziell wegweisenden Weichenstellung in Kanada. Im Raum steht ein Rüstungsauftrag in zweistelliger Milliardenhöhe, bei dem ein unerwarteter Partner aus der Autoindustrie zum entscheidenden Faktor werden könnte. Für die Aktie ist das mehr als nur ein weiterer Auftrag: Es geht um Marktposition, politische Rückendeckung und industrielle Stärke.

Kanada-Projekt als möglicher Kurstreiber

Im Mittelpunkt steht das „Canadian Patrol Submarine Project“ (CPSP). Kanada prüft die Beschaffung von bis zu zwölf neuen U-Booten. Einschließlich Wartung und Betrieb wird das Gesamtvolumen auf bis zu 40 Milliarden Euro geschätzt. TKMS tritt dabei im Finale gegen ein südkoreanisches Konsortium um Hanwha Ocean an.

Der Knackpunkt sind die geforderten wirtschaftlichen Gegenleistungen („Offsets“). Ottawa erwartet erhebliche Investitionen und nachhaltige Wertschöpfung im eigenen Land. Genau an dieser Stelle kommt Volkswagen ins Spiel.

Der Konzern baut über seine Batteriesparte PowerCo bereits eine Gigafactory im kanadischen St. Thomas (Ontario). Diese Milliardeninvestition liefert TKMS ein starkes Argument, um die Offset-Forderungen Kanadas zu bedienen und sich politisch zu positionieren.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Auftragsvolumen CPSP: Bis zu 40 Mrd. Euro über Lebenszyklus
  • Wettbewerb: TKMS vs. südkoreanisches Hanwha-Ocean-Konsortium
  • Volkswagen als Hebel: PowerCo-Gigafactory in Ontario als Offset-Baustein
  • Politischer Effekt: Geschlossenes Auftreten deutscher Industrie gegenüber Ottawa

Marktbeobachter sehen darin ein klares Plus für das deutsche Angebot: Während Südkorea entsprechende Industrieansiedlungen erst aufbauen müsste, sind in Kanada durch Volkswagen bereits Strukturen und Arbeitsplätze entstanden. Parallel kursieren Berichte über eine engere technische Zusammenarbeit zwischen TKMS und der VW-Tochter MAN Energy Solutions im Bereich maritimer Antriebssysteme, was die industrielle Verknüpfung zusätzlich unterstreichen würde.

Volle Auftragsbücher nach Abspaltung

Auch abseits des Kanada-Projekts sind die Fundamentals zum Jahresstart 2026 solide. Der Auftragsbestand liegt mit 18,2 Milliarden Euro auf Rekordniveau. Das zeigt, dass die Nachfrage nach U-Booten und maritimen Systemen hoch bleibt.

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Ein wesentlicher Treiber war ein Rahmenvertrag über Schwergewichtstorpedos für die Bundeswehr, der kurz vor Weihnachten gemeldet wurde. Der Auftrag sichert nicht nur die Auslastung, sondern unterstreicht die Profitabilität im Bereich elektronischer Waffensysteme, in dem TKMS traditionell hohe Margen erzielt.

Die Abspaltung von Thyssenkrupp im Oktober 2025 beginnt sich operativ auszuzahlen. Seit dem Börsengang agiert das Unternehmen fokussierter, Entscheidungswege haben sich verkürzt, und die Positionierung als eigenständiger Rüstungsspezialist wird am Markt klarer wahrgenommen.

Charttechnik: Konsolidierung nach MDAX-Aufstieg

Nach dem IPO im Oktober 2025 und dem schnellen Aufstieg in den MDAX am 22. Dezember hat sich der anfängliche Hype deutlich abgekühlt. Der Kurs pendelt aktuell um 69,40 Euro (Schlusskurs Freitag) und liegt damit rund 24 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 91,10 Euro.

Charttechnisch zeigt sich ein geordnetes Bild:

  • Die Zone um 66 Euro hat sich zuletzt als tragfähige Unterstützung etabliert.
  • Der Kurs notiert leicht über dem 50-Tage-Durchschnitt von 68,19 Euro.
  • Der 14-Tage-RSI von 32,4 signalisiert, dass die Aktie sich eher im unteren Bewertungsband bewegt, ohne schon deutlich überverkauft zu sein.
  • Die 30-Tage-Volatilität von gut 47 Prozent unterstreicht, dass Schwankungen weiterhin zum Tagesgeschäft gehören.

Auf Sicht der letzten 30 Tage hat der Titel um 7,02 Prozent zugelegt, während der Schlusskurs am Freitag mit einem Plus von 4,83 Prozent auffiel. Insgesamt wirkt die Bewegung wie eine Konsolidierung nach einem schnellen Aufstieg: Die Volatilität der ersten Wochen weicht einer breiteren Seitwärtsphase, in der sich ein Boden herausbildet.

Fazit: Viel hängt an Ottawa

Die TKMS-Aktie spiegelt derzeit zwei Ebenen wider: zum einen volle Auftragsbücher und erste operative Erfolge nach der Abspaltung, zum anderen die Option auf einen außergewöhnlich großen Vertrag in Kanada. Der mögliche Schulterschluss mit Volkswagen verleiht dem Angebot zusätzliches politisches und industrielles Gewicht gegenüber der südkoreanischen Konkurrenz.

Solange die Entscheidung im CPSP-Verfahren offen ist, bleibt das aktuelle Kursniveau von rund 69 Euro eng mit Nachrichten aus Ottawa und Wolfsburg verknüpft. Fällt der Zuschlag an TKMS, könnte das die mittelfristigen Perspektiven des Unternehmens und die Bewertung der Aktie deutlich verändern; bleibt der Auftrag aus, tragen vorerst der Rekord-Auftragsbestand und die laufenden Programme die Investmentstory.

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