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TKMS Aktie: Acht-Milliarden-Auftrag aus Indien

TKMS-Chef Burkhard erwartet indischen U-Boot-Auftrag über acht Milliarden Euro. Parallel wächst das Auftragsbuch durch Kanada und Schweden.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Milliardenschwerer U-Boot-Auftrag aus Indien erwartet
  • Kanada kürt TKMS zum bevorzugten Bieter
  • Saab erhält Zulieferauftrag für Fregattenbau
  • Aktie konsolidiert nach starkem Höhenflug

CEO Oliver Burkhard rechnet laut einem Interview mit Reuters und der FAZ bis zum Jahresende mit einem indischen Großauftrag über sechs U-Boote im Wert von rund acht Milliarden Euro. Zugleich wies das Management Spekulationen zurück, wonach die Werft angesichts der jüngsten Auftragsflut an Kapazitätsgrenzen stoßen könnte.

Auftragsbuch wächst auf mehreren Kontinenten

Die Aussagen Burkhards reihen sich in eine Serie von Erfolgsmeldungen der vergangenen Wochen ein. Erst Anfang Juli hatte Kanada TKMS zum bevorzugten Bieter für das Canadian Patrol Submarine Project ernannt. Das Vorhaben umfasst bis zu zwölf U-Boote der Klasse 212CD, der reine Bau-Auftragswert wird auf zwölf bis 20 Milliarden Euro geschätzt. Parallel dazu hat TKMS den schwedischen Rüstungskonzern Saab als Generalunternehmer für Kampfsysteme, Radaranlagen vom Typ Sea Giraffe 4A und Sensoren für vier neue Fregatten der Klasse MEKO A-200 DEU beauftragt. Das Volumen dieses Zulieferauftrags an Saab beläuft sich auf etwa 800 Millionen Euro beziehungsweise 8,7 Milliarden Schwedische Kronen.

Angesichts dieser Verdichtung von Großprojekten gewinnt die Frage nach ausreichenden Fertigungskapazitäten an Bedeutung. Burkhard trat entsprechenden Zweifeln jedoch explizit entgegen und signalisierte, TKMS sehe sich für die anstehenden Programme gerüstet.

Streit um F126-Fregatten belastet Bundesregierung

Für Unruhe sorgt daneben eine Forderung des niederländischen Werftenkonzerns Damen Shipyards Group. Medienberichten zufolge verlangt Damen eine Entschädigung in Milliardenhöhe – gerichtet ist die Forderung jedoch nicht gegen TKMS selbst, sondern gegen die Bundesregierung im Zusammenhang mit der Vergabe des F126-Fregattenprogramms. Details zu den rechtlichen Hintergründen der Forderung wurden bislang nicht veröffentlicht. Für TKMS als Auftragnehmer des F126-Programms bleibt die Angelegenheit dennoch relevant, auch wenn das Unternehmen selbst nicht Adressat der Ansprüche ist.

Kurs konsolidiert nach starkem Lauf

An der Börse hat die Auftragsdynamik bereits deutliche Spuren hinterlassen. Die TKMS-Aktie schloss am Freitag bei 81,00 Euro, nach einem Plus von 8,58 Prozent auf Monatssicht. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 106,58 Euro Mitte Oktober hat das Papier allerdings rund ein Viertel an Wert verloren und notiert derzeit 24,00 Prozent darunter. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf 5,45 Milliarden Euro.

Deutsche Bank Research hatte Anfang Juli das Kursziel für TKMS auf 110,00 Euro angehoben und das Buy-Rating bestätigt, begründet mit den jüngsten Erfolgen bei internationalen Großausschreibungen. Die Einschätzung datiert damit noch vor den zusätzlichen Meldungen zu Indien und dem Damen-Streit.

Anleger richten den Blick nun auf den 11. August, wenn TKMS seine aktuellen Quartalszahlen veröffentlicht. Dann dürfte sich zeigen, wie sich die Serie milliardenschwerer Aufträge in den Geschäftszahlen niederschlägt – und ob das Management die Kapazitätsfrage auch operativ überzeugend beantworten kann.

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Diskussion zu TKMS

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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