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TKMS Aktie: 9-Milliarden-Deal mit Indien vor Abschluss

TKMS steht vor einem möglichen Indien-Auftrag über rund 9 Milliarden US-Dollar. Der Bestand übersteigt 25 Milliarden Euro, während F126 gestoppt wurde.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Sechs U-Boote für Indien vorgesehen
  • Auftragsbestand übersteigt 25 Milliarden Euro
  • F126-Programm wegen Kosten gestoppt
  • Geprüfte Jahreszahlen im November erwartet

TKMS steht Medienberichten zufolge kurz vor dem Abschluss eines Rüstungsgeschäfts mit Indien im Volumen von rund 9 Milliarden US-Dollar. Im Rahmen des Projekts 75(I) sollen sechs konventionelle U-Boote entstehen, gebaut gemeinsam mit der indischen Werft Mazagon Dock Shipbuilders. Für den Kieler Marineschiffbauer wäre es einer der größten Einzelaufträge der jüngeren Firmengeschichte.

Die Nachricht reiht sich in eine Serie internationaler Marineprojekte ein, an denen TKMS derzeit arbeitet. In Kanada hat sich das Unternehmen als bevorzugter Bieter für ein U-Boot-Programm der Klasse 212CD positioniert. Vorstandschef Oliver Burkhard nannte in Ottawa 2033 als Zieljahr für die Auslieferung des ersten Bootes, sollten die Verhandlungen positiv abgeschlossen werden.

Ergänzend dazu hat TKMS mit der spanischen Staatswerft Navantia eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um Marineprojekte gemeinsam zu erschließen und Baukapazitäten für künftige U-Boot-Programme in Europa zu bündeln – ein Schritt, der dem Aktienkurs vor rund einem Monat spürbaren Auftrieb verschafft hatte, seither legte das Papier um 9,9 Prozent zu.

Auftragsbestand wächst auf über 25 Milliarden Euro

Der wachsende internationale Auftragsfluss zeigt sich auch in den Büchern: Inklusive eines neu erfassten Fregattenprogramms stieg der Auftragsbestand von TKMS auf über 25 Milliarden Euro. Ohne diesen Posten hätte der Bestand zum letzten Stichtag bei 20,1 Milliarden Euro gelegen.

Diese Zahl unterstreicht, wie sehr sich das Geschäft von TKMS in den vergangenen Monaten internationalisiert hat – neben Deutschland treiben nun Aufträge aus Indien, Kanada und potenziell weiteren europäischen Partnerschaften das Wachstum.

Vor rund zwei Wochen hatte TKMS im Rahmen der Neun-Monats-Zahlen zum Geschäftsjahr 2025/26 die Prognose für die EBIT-Marge auf bis zu 6,5 Prozent angehoben, nach zuvor über 6,0 Prozent.

Der Umsatz war im Berichtszeitraum um 19 Prozent auf 1,89 Milliarden Euro gestiegen, getragen vor allem vom U-Boot-Segment. Das Management bekräftigte zugleich die Mittelfristziele bis 2027/28: durchschnittlich 10 Prozent jährliches Umsatzwachstum sowie eine bereinigte EBIT-Marge von über 7 Prozent.

Seit der Zahlenvorlage hat die Aktie allerdings um 6,5 Prozent nachgegeben – ein Hinweis darauf, dass der Markt trotz starker operativer Entwicklung vorsichtig auf mögliche Risiken bei der Umsetzung der ambitionierten Wachstumsziele reagiert.

Rückschlag bei der Marine: Fregattenprogramm F126 gestoppt

Nicht alle Nachrichten aus Berlin fallen positiv für TKMS aus. Das Bundesverteidigungsministerium hat das Fregattenprogramm F126 wegen massiver Kostenüberschreitungen gestoppt.

Für TKMS als Anbieter im deutschen Marinegeschäft ist das ein Dämpfer, auch wenn das separate Programm für die neue Luftverteidigungsfregatte F127 davon nicht betroffen ist und weiterhin für den Export freigegeben bleibt – es wartet derzeit auf die Zustimmung des Haushaltsausschusses im Bundestag.

Am Kapitalmarkt zeigt sich die gemischte Nachrichtenlage in einer volatilen Kursentwicklung. Die TKMS-Aktie schloss am Freitag bei 90,10 Euro, ein Minus von 1,2 Prozent auf Tagesbasis.

Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 13 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 36 Prozent verteuert. Vom 52-Wochen-Hoch bei 108,80 Euro, erreicht am 14. August, ist die Aktie derzeit 17 Prozent entfernt.

Ausblick: Geprüfte Jahreszahlen im November

Anleger richten den Blick nun auf den weiteren Verlauf der Verhandlungen mit Indien und Kanada sowie auf mögliche Fortschritte in der Kooperation mit Navantia.

Für November ist zudem die Veröffentlichung der geprüften Jahresergebnisse für das Geschäftsjahr 2025/26 angekündigt. Diese dürften zeigen, ob sich der starke Auftragszufluss bereits in der Ergebnisqualität niederschlägt – und ob TKMS die selbstgesteckten Mittelfristziele auf einem soliden Fundament verfolgt.

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Diskussion zu TKMS

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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