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TKMS Aktie: 8 Fregatten für 7,8 Milliarden

TKMS sichert sich trotz Stopp des F126-Projekts einen milliardenschweren Auftrag für acht MEKO-Fregatten, die Aktie gibt dennoch nach.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • F126-Fregattenprojekt eingestellt
  • TKMS baut acht MEKO A-200 DEU
  • Auftragswert von 7,8 Milliarden Euro
  • Aktie fällt trotz Auftragserfolg

Das Bundesverteidigungsministerium stoppt das F126-Fregattenprojekt — und macht TKMS zum Gewinner der Neuausrichtung. Paradoxerweise verliert die Aktie trotzdem deutlich.

Milliardenprojekt gescheitert, Nachfolger steht bereit

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat das F126-Programm offiziell eingestellt. Sechs Fregatten waren geplant, rund 2,3 Milliarden Euro bereits investiert. Bei einer Fortführung hätten die Gesamtkosten die 18-Milliarden-Marke überschritten. Das Projekt lief unter Federführung von Damen Schelde Naval Shipbuilding.

Als Ersatz beschafft das Ministerium nun acht Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU — gebaut von TKMS. Der Haushaltsausschuss hat dafür bereits 7,8 Milliarden Euro gesperrt. Die MEKO-Plattform ist keine Neuentwicklung: Ägypten und Südafrika setzen sie bereits ein.

Downsizing mit Kalkül

Branchenexperten vergleichen den Wechsel offen mit einem Schritt von der S-Klasse zum VW Golf. Die MEKO-Fregatten gelten als technisch erprobt und sollen mindestens ein Drittel günstiger sein als die F126-Einheiten. In Zeiten knapper Verteidigungsbudgets ist das ein handfestes Argument.

Rheinmetall verliert durch den Abbruch seine Ambitionen als maritimer Generalunternehmer. Der Markt hat das bereits bestraft — mit massiven Kursverlusten. TKMS hingegen sichert sich die Rolle als industrieller Kern der deutschen Überwasser-Marine.

Kurs gibt nach — trotz guter Nachrichten

An der Börse kommt der Auftragserfolg nicht an. Die TKMS-Aktie notiert am Freitag bei 73,70 Euro, ein Tagesverlust von 4,29 Prozent. Seit Jahresanfang steht noch ein Plus von 6,43 Prozent — aber der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 102,90 Euro beträgt inzwischen fast 30 Prozent.

Marktbeobachter sehen die Ursache im breiten Umfeld. Asiatische Leitbörsen wie der Nikkei verloren zeitgleich fast fünf Prozent. Der Rüstungssektor insgesamt steht unter Druck. Die F126-Stornierung trifft obendrein zahlreiche Zulieferer — das schürt Unsicherheit.

Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 78,85 Euro. Solange die Aktie darunter bleibt, fehlt ein technisches Signal zur Erholung. Der neue Rahmenvertrag über acht Fregatten liefert TKMS langfristige Planungssicherheit — ob das die Stimmung dreht, zeigt sich an den nächsten Handelstagen.

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