Vier neue Kriegsschiffe für die Bundeswehr, ein Rekord-Auftragsbestand von 20 Milliarden Euro und ein Termin am 7. Juli, der über die nächsten zwei Jahrzehnte Werftauslastung entscheidet. Bei TKMS verdichten sich die Nachrichten. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 80,30 Euro und legte binnen sieben Tagen um 8,66 Prozent zu.
Fregatten-Auftrag vor dem Abschluss
Das Bundesverteidigungsministerium bereitet die finale Vergabe eines Großauftrags vor. Vier U-Jagd-Fregatten der Klasse F128 sollen an TKMS gehen. Das Volumen liegt bei rund 6,63 Milliarden Euro, macht also etwa 1,57 Milliarden Euro pro Schiff.
Eine Option auf vier weitere Fregatten im Wert von 5,3 Milliarden Euro steht noch aus. Die Entscheidung darüber fällt bis Jahresende. Die erste Fregatte soll im Dezember 2029 ausgeliefert werden, danach folgen weitere im Neun-Monats-Rhythmus.
Der Auftrag würde TKMS als nationalen Ankerbieter im Überwasserschiffbau festigen. Das Unternehmen meldet parallel einen Rekord beim Gesamt-Auftragsbestand: Er hat die Marke von 20 Milliarden Euro erreicht. Darin enthalten sind U-Boot- und Torpedo-Projekte für Norwegen sowie laufende Lieferungen nach Israel.
Autonome Schiffe als neuer Vorteil
Seit dem 1. Juli 2026 gelten neue internationale Sicherheitsstandards für autonome Schiffe, der sogenannte MASS-Code. Für TKMS kommt das Timing gelegen. Der Konzern hat bereits im Mai 2026 als weltweit erster Anbieter eine offizielle Grundsatzgenehmigung für ein autonomes, unbemanntes Wasserfahrzeug erhalten.
Diese Vorreiterrolle könnte bei künftigen Ausschreibungen zum Wettbewerbsvorteil werden. Der Markt wertet die Technologie-Führung als Baustein für stabile Margen im hochspezialisierten Marinegeschäft.
Kanada als nächster großer Test
Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn um 15,96 Prozent verteuert. Zum 52-Wochen-Hoch von 102,90 Euro fehlen aber weiterhin 21,96 Prozent. Mit einer annualisierten Volatilität von 74,80 Prozent bleibt das Papier ein Nervenspiel für Anleger.
Aktuell notiert die Aktie über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 78,12 Euro. Der RSI steht bei 54,4 — ein neutraler Wert ohne klares Überkauf- oder Überverkauf-Signal.
Am 7. Juli entscheidet Kanada über das „Canadian Patrol Submarine Project“. Bei diesem U-Boot-Programm mit einem Volumen von bis zu 40 Milliarden Euro ist TKMS einer von zwei verbliebenen Finalisten. Konkurrent ist der südkoreanische Werftkonzern Hanwha Ocean.
Ein Zuschlag würde den bestehenden Auftragsbestand von TKMS potenziell verdoppeln. Die Werftkapazitäten wären dann bis weit in die 2040er-Jahre ausgelastet.
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