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Symbolbild, KI-generiert

TKMS Aktie: 6,4-Milliarden-Euro-Chance in Indien

TKMS verfügt über 20,1 Milliarden Euro Aufträge und wartet auf Entscheidungen in Kanada und Indien, während die Aktie 13 Prozent verliert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kanada prüft bis zu zwölf U-Boote
  • Indien erwägt sechs Brennstoffzellen-U-Boote
  • Auftragsbestand erreicht 20,1 Milliarden Euro
  • Aktie verliert binnen Monatsfrist 13 Prozent

TKMS wartet auf zwei Entscheidungen, die den ohnehin prall gefüllten Auftragsbestand weiter aufblähen könnten. Sowohl beim kanadischen U-Boot-Programm als auch beim indischen Beschaffungsvorhaben P-75I steht der Rüstungskonzern kurz vor möglichen Zuschlägen mit Milliardenvolumen.

Kanada bestätigt Finalisten-Status

Bei einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin hat der kanadische Premierminister Mark Carney vor gut zweieinhalb Wochen bestätigt, dass TKMS im Rennen um das Canadian Patrol Submarine Project bleibt.

Das Programm sieht bis zu zwölf U-Boote des Typs 212CD vor. Eine Entscheidung wird bis Ende des Jahres erwartet. Für TKMS wäre der Zuschlag ein weiterer Baustein im ohnehin ambitionierten Wachstumspfad – die Konkurrenz um den Auftrag ist allerdings nicht aus dem Rennen.

Parallel dazu läuft in Indien das Beschaffungsprogramm P-75I. Dort steht das TKMS-Design für sechs U-Boote mit Brennstoffzellen-Antrieb zur Debatte, gebaut werden sollen die Boote durch die indische Mazagon Dock. Das geschätzte Volumen liegt bei rund 6,4 Milliarden Euro. Vor der finalen Freigabe muss allerdings noch der zuständige Sicherheitsausschuss zustimmen – ein Vertragsabschluss steht also noch aus.

Rekord-Auftragsbestand als Fundament

Beide möglichen Aufträge kämen zu einem bereits historisch hohen Bestand hinzu. Nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 verbuchte TKMS einen Auftragsbestand von 20,1 Milliarden Euro, während der Umsatz um 19 Prozent auf 1,89 Milliarden Euro und das bereinigte EBIT um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro zulegten. Das Management hob die Jahresprognose in der Folge zum zweiten Mal an, auf ein Umsatzwachstum von 10 bis 12 Prozent nach zuvor 2 bis 5 Prozent.

Wie belastbar dieser Bestand tatsächlich ist, zeigt eine Einordnung der Analysten von mwb research: Die fest vereinbarten 20,6 Milliarden Euro entsprechen dem 9,5-Fachen des Jahresumsatzes. Unter einer branchenweit gefassten, weiteren Definition wären sogar rund 64 Milliarden Euro denkbar. mwb research bestätigte die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 140 Euro.

Sentiment bleibt gedämpft

Trotz der operativen Stärke zeigt sich die Aktie zuletzt angeschlagen. Zum Handelsschluss am Freitag lag der Kurs bei 83,40 Euro, nach einem Rückgang von 13 Prozent auf Monatssicht. Damit notiert das Papier rund 23 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 108,80 Euro, das am 14. August markiert wurde. Der RSI von 41 signalisiert keine überkaufte, aber auch keine überverkaufte Lage – Anleger bleiben vorsichtig.

Belastet wird das Sektor-Sentiment zudem durch Medienberichte über Lieferverzögerungen und Qualitätsprobleme in der deutschen Rüstungsindustrie insgesamt. Diese Meldungen betreffen TKMS nicht direkt, drücken aber offenbar auf die Stimmung gegenüber der gesamten Branche.

Für Anleger bleibt damit eine Diskrepanz bestehen: Operativ liefert TKMS Rekordwerte und wartet auf potenziell milliardenschwere Neuaufträge aus Kanada und Indien, während der Kurs die zuletzt erfolgten deutlichen Kurszielanhebungen mehrerer Analysehäuser noch nicht nachvollzogen hat.

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