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TKMS Aktie: 62 Milliarden Euro aus Kanada

Kanada erteilt TKMS den Milliarden-Zuschlag für zwölf U-Boote. Das Gesamtpaket inklusive Wartung könnte 62 Milliarden Euro erreichen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Bevorzugter Bieter für U-Boot-Programm
  • Auftragsvolumen von rund 20 Milliarden Euro
  • Bis zu 1.500 neue Jobs in Wismar
  • Aktie trotz Rekordnews mit leichten Verlusten

TKMS feiert einen historischen Erfolg in Nordamerika. Kanada wählt den deutschen Marinespezialisten als bevorzugten Bieter für sein neues U-Boot-Programm. Damit sticht das Unternehmen die südkoreanische Konkurrenz aus. Der Deal sprengt bisherige Dimensionen.

Am 6. Juli machte Kanada den Weg offiziell frei. TKMS soll bis zu zwölf U-Boote der Baureihe 212CD liefern. Das reine Auftragsvolumen für den Bau liegt bei rund 20 Milliarden Euro.

Inklusive langfristiger Wartung wächst das Paket massiv. Kanadische Regierungsquellen taxieren das Gesamtvolumen auf bis zu 62 Milliarden Euro. Die Boote punkten mit einem speziellen Tarnkappen-Design und modernem Brennstoffzellenantrieb. Spezifische Arktis-Fähigkeiten gaben den Ausschlag gegen den südkoreanischen Rivalen Hanwha Ocean.

Neue Jobs an der Küste

TKMS fertigt die Hightech-Boote in Kiel und Wismar. Am Standort Wismar plant das Management bis zu 1.500 neue Arbeitsplätze. Die ersten vier Einheiten fließen ab dem Jahr 2034 an die kanadische Marine. Sie ersetzen dort die veraltete Victoria-Klasse.

Der Zuschlag stärkt die transatlantische Zusammenarbeit innerhalb der NATO. Deutschland und Norwegen haben bereits identische Boote dieser Baureihe bestellt. Für Kanada schnürt TKMS ein gewaltiges Industriepaket. Geplante Projekte umfassen eine Torpedofabrik sowie große Instandhaltungszentren an beiden Küsten.

Das Unternehmen kooperiert dafür mit über 18 kanadischen Firmen. Dazu zählen Seaspan Shipyards und General Dynamics Canada. TKMS-Chef Oliver Burkhard hofft auf einen Vertragsabschluss bis Ende 2026. Die kanadische Regierung peilt dagegen das Jahresende 2027 an.

Gewinnmitnahmen trotz Rekord-News

An der Börse reagierten Investoren zunächst zurückhaltend. Die TKMS-Aktie schloss am Dienstag bei 93,50 Euro. Das entspricht einem Tagesverlust von knapp drei Prozent. Händler begründen den Kursrutsch mit einer breiten Sektor-Rotation. Anleger nahmen nach dem jüngsten Lauf schlicht Gewinne mit.

Die mittelfristige Bilanz bleibt stark. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von gut 35 Prozent. Mit dem aktuellen Kurs notiert die Aktie komfortabel über ihrem 50-Tage-Schnitt von 78,64 Euro. Der Abstand zum Jahreshoch schrumpfte zuletzt auf rund neun Prozent.

Der Großauftrag sichert die langfristige Auslastung der deutschen Werften. Er vergrößert den Auftragsbestand von TKMS um über 50 Prozent. Nun rücken die laufenden Vertragsverhandlungen in den Fokus. Das trilaterale Projekt mit Norwegen und Deutschland bietet enorme Skaleneffekte. Die genauen Finanzierungsdetails im finalen Vertrag liefern den nächsten handfesten Impuls für den Aktienkurs.

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