Kanada vergibt den größten Rüstungsauftrag seiner Geschichte. Der Gewinner kommt aus Deutschland. TKMS sticht den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean aus. Die Börse feiert den U-Boot-Deal mit massiven Kursgewinnen. Die Aktien der asiatischen Konkurrenz brechen hingegen ein.
Ein 62-Milliarden-Euro-Paket
Premierminister Carney machte es am Montag in Halifax offiziell. Kanada bestellt bis zu zwölf U-Boote des Typs 212CD bei TKMS. Allein die reinen Baukosten belaufen sich auf etwa 20 Milliarden Euro.
Inklusive Wartung über die gesamte Lebensdauer wächst das Volumen auf gigantische 62 Milliarden Euro an. Zum Vergleich: Der Auftragsbestand der Kieler lag im ersten Halbjahr bei 20,6 Milliarden Euro. Dieser Wert verdreifacht sich nun schlagartig.
Der Verlierer des intensiven Bieterverfahrens leidet spürbar. Die Aktie des südkoreanischen Reservebieters Hanwha Ocean stürzte nach den Neuigkeiten um 23 Prozent ab.
Neue Jobs und straffer Zeitplan
Den Ausschlag für die Deutschen gab laut Regierungskreisen die NATO-Integration. Norwegen und Deutschland nutzen bereits baugleiche Schiffe. TKMS baut damit weltweit insgesamt 24 U-Boote dieser speziellen Arktis-Klasse.
Die Produktion fordert die deutschen Standorte in Kiel und Wismar enorm. Um die ersten vier Schiffe bis 2034 auszuliefern, muss das Management bestehende Aufträge umpriorisieren. In Wismar dürften dadurch bis zu 1.500 neue Arbeitsplätze entstehen.
Aktie im Höhenflug
Anleger reagierten euphorisch auf den Zuschlag. Die TKMS-Aktie schloss am Montag bei 94,30 Euro. Auf Wochensicht steht ein sattes Plus von 25,07 Prozent auf der Kurstafel. Seit Jahresbeginn summiert sich der Gewinn auf über 36 Prozent.
Damit nähert sich das Papier dem 52-Wochen-Hoch von 102,90 Euro. Der Aufwärtstrend zieht starke Marktbewegungen nach sich. Die Folge: Die kurzfristige Volatilität springt auf annualisierte 82,45 Prozent.
Ein finales Vertragswerk existiert allerdings noch nicht. Analysten rechnen mit harten Verhandlungen über die nächsten sechs bis 18 Monate. Ein verbindlicher Abschluss ist laut Fahrplan für Ende 2027 oder Anfang 2028 vorgesehen.
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