Am morgigen Mittwoch richtet sich der Blick der Rüstungsbranche nach Berlin. Der Haushaltsausschuss des Bundestages stimmt über das Fregattenprogramm F127 ab. Für TKMS geht es um Aufträge im Wert von rund 26 Milliarden Euro. Ein positives Votum sichert die Auslastung der Werften auf Jahre.
Milliarden-Auftrag für die Werften
Nach aktuellem Stand ist TKMS der Alleinanbieter für die acht geplanten Luftverteidigungsfregatten. Die Schiffe basieren auf dem bewährten MEKO-Design. Die Entscheidung fällt genau zur richtigen Zeit. Die neu integrierte Hybridwerft in Wismar braucht dringend langfristige Perspektiven. Marktbeobachter werten einen Zuschlag als möglichen Auslöser, um den schwächelnden Aktienkurs wieder zu beleben.
Expansion nach Nordamerika
Parallel zur Politik treibt das Management das internationale Geschäft voran. Auf einer Investorenkonferenz in London präsentierte der Vorstand am Montag seine Strategie. Das Ziel: Die volle Projekt-Pipeline soll endlich spürbaren Cashflow liefern.
Dafür bereitet der Konzern seine Lieferketten für Übersee vor. TKMS schielt auf das kanadische U-Boot-Programm. Um nordamerikanische Standards zu erfüllen, kauft das Unternehmen 70 Tonnen Spezialstahl beim Partner Valbruna ASW. Das zeigt den klaren Willen zur globalen Expansion.
Schwache Kurse, spannender August
An der Börse herrscht aktuell Zurückhaltung. Die TKMS-Aktie schloss am Montag bei 71,20 Euro. Damit verlor das Papier im vergangenen Monat spürbar an Wert. Der Kurs notiert aktuell rund 30 Prozent unter dem Jahreshoch.
Investoren blicken derweil auf den 7. August. Dann stimmt die ehemalige Mutter Thyssenkrupp über die Abspaltung der Werkstoffsparte ab. Diese Umstrukturierung rückt TKMS als reinen Marine-Spezialisten weiter in den Fokus der Anleger.
Kurzfristig dominiert die Berliner Politik das Geschehen. Nimmt das Fregatten-Programm die parlamentarische Hürde, rückt das operative Geschäft wieder in den Vordergrund. Am 12. August legt TKMS die Zahlen für das dritte Quartal vor. Spätestens dann fordern Investoren klare Antworten zur Margenentwicklung.
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