Das Unternehmen hat ein Problem: den höchsten Auftragsbestand der Firmengeschichte – und gleichzeitig negative Kassenströme. Genau diese Diskrepanz beschäftigt Anleger.
In dieser Woche sucht das Management von TKMS den direkten Austausch mit Investoren. Am Montag und Dienstag tritt der Konzern auf gleich zwei großen Branchenkonferenzen auf. In Frankfurt auf der dbAccess European Champions Conference. Und in Nizza auf der Bernstein Pan-European Small & Mid-Cap Conference.
Der Zeitpunkt ist strategisch gewählt. TKMS hat im ersten Halbjahr Aufträge für rund 3,4 Milliarden Euro eingesammelt. Analysten wollen jetzt wissen: Wann wird daraus Bargeld?
Atlas Elektronik liefert, der Rest wartet
Nicht alle Geschäfte laufen gleich. Während der U-Boot-Bau mit langen Vorlaufzeiten kämpft, zeigt das Segment Atlas Elektronik Tempo. Das bereinigte EBIT stieg um 73 Prozent auf 41 Millionen Euro. Die operative Marge erreichte 11 Prozent.
Für Investoren ist das der entscheidende Unterschied. Atlas Elektronik hat kürzere Projektzyklen. Das Geld fließt schneller. Anders als im Stammgeschäft mit den Großplattformen.
20,6 Milliarden Aufträge – und rote Zahlen im Cashflow
Der Auftragsbestand erreicht historische 20,6 Milliarden Euro. Trotzdem wies TKMS im zweiten Quartal einen negativen Free Cashflow von minus 72 Millionen Euro aus. Grund: Der Hochlauf neuer Großprojekte wie des U-Boot-Programms 212CD. Zudem fehlten die außergewöhnlich hohen Kunden-Vorauszahlungen aus dem Vorjahr.
Die Prognose für das Gesamtjahr 2025/26 steht: Umsatzplus zwischen 2 und 5 Prozent, eine bereinigte EBIT-Marge von über 6 Prozent. Mittelfristig peilt der Konzern mehr als 7 Prozent an.
Die Aktie erholte sich zuletzt auf 80,30 Euro, ein Plus von knapp 12 Prozent binnen einer Woche. Der RSI liegt bei 32,4 – noch immer im unteren Bereich. Und der Kurs bleibt unter dem 100-Tage-Durchschnitt von 87,98 Euro. Die Konsolidierung nach den Halbjahreszahlen ist noch nicht abgeschlossen.
Die Bilanz gibt Rückhalt. Eine Netto-Cash-Position von rund einer Milliarde Euro und eine Gesamtliquidität von 1,35 Milliarden Euro decken die anstehenden Investitionen ab.
Die entscheidende Frage ist, wie schnell die 20,6 Milliarden Euro Auftragsbestand in liquide Mittel fließen. Das wird das Thema auf den Konferenzen in Frankfurt und Nizza sein.
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