Der Fußball-Weltmeisterschaft beschert Tilray Brands einen unerwarteten Umsatzschub. In den britischen BrewDog-Bars verzeichnet der Konzern während der Spieltage zweistellige Zuwächse. Besonders gefragt: die amerikanischen Craft-Beer-Marken.
Nachschub dringend benötigt
Die Vorräte für SweetWater, Montauk und Blue Point waren innerhalb weniger Tage nach Turnierstart erschöpft. Tilray hat bereits Nachbestellungen ausgelöst. Das Flaggschiff Punk IPA bleibt der Verkaufsschlager — auch im zentral gelegenen BrewDog-Standort Waterloo.
Die Entwicklung passt in ein breiteres Muster. In Großbritannien geben Fußballfans bei Live-Übertragungen in Gaststätten deutlich mehr Geld aus. Der WM-Effekt wird für Tilray damit zum kurzfristigen Umsatztreiber im Getränkesegment.
Expansion mit Energie
Parallel zum Pub-Geschäft treibt Tilray den Einstieg in den Markt für Functional Beverages voran. Die Marke Hi*Ball Energy ist jetzt in Großbritannien erhältlich. Vier Sorten stehen zur Wahl: Pfirsich, Wildbeere, Zitronenlimette und Vanille. Alle zuckerfrei, kalorienfrei, mit 100 Milligramm natürlichem Koffein pro Dose.
Der Verkauf läuft zunächst über Amazon. Rajnish Ohri, Präsident International bei Tilray, spricht von einem strategischen Schritt. Das Unternehmen will in Europa, Nahost, Afrika und Asien-Pazifik weiter expandieren. Anfang Juli ist Hi*Ball auf dem Barcode Festival in London präsent.
Kurs und Ausblick
Die Aktie notiert bei 6,81 CAD — ein Plus von 1,19 Prozent. Der kurzfristige Trend bleibt angespannt: Auf Sieben-Tage-Sicht verliert das Papier 2,71 Prozent, der RSI von 36,6 signalisiert eine leichte Überverkauft-Situation. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei gut 31 Prozent.
Tilray wandelt sich vom reinen Cannabis-Konzern zum diversifizierten Lifestyle- und Konsumgüterunternehmen. Die WM hilft dabei. Ob die Getränkeinitiativen auch nachhaltig die Zahlen verbessern, wird sich in den kommenden Quartalsberichten zeigen.
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