Die Partnerschaft klingt nach einem großen Wurf: Tilray hat sich in den USA die Carlsberg-Marken gesichert. Doch an der Börse verpuffte die Nachricht bislang. Der Kurs bleibt deutlich unter früheren Niveaus – und Anleger schauen weniger auf neue Labels als auf die alten Baustellen.
Carlsberg-Deal: Start erst 2027
Tilray meldete letzte Woche eine exklusive, mehrjährige Lizenzvereinbarung mit der Carlsberg Group. Ab 1. Januar 2027 darf Tilray in den USA Carlsberg®, Carlsberg Elephant®, 1664® sowie Kronenbourg 1664 Blanc® produzieren, vermarkten, verkaufen und über alle Vertriebskanäle vertreiben.
Der Vertrag läuft zunächst fünf Jahre und verlängert sich automatisch um weitere fünf Jahre, sofern definierte Leistungskriterien erfüllt werden. Tilray will dafür die bestehenden Braustandorte und das nationale Vertriebsnetz nutzen, um die Marken lokal herzustellen und die Präsenz im nach Unternehmensangaben zweitgrößten Biermarkt der Welt auszubauen.
Zur Einordnung: Der Deal ergänzt das bestehende Craft-Beer-Portfolio (u. a. SweetWater, Terrapin, Montauk). Tilray erwartet laut Mitteilung zusätzliche Umsätze ab Start 2027, vor allem durch mehr Volumen und bessere Regalpräsenz. Warum reagiert die Aktie trotzdem kaum? Weil der Markt offenbar stärker auf Finanzierungsthemen und die aktuelle Ergebnisqualität schaut als auf einen Umsatzhebel, der erst 2027 greift.
Kurs bleibt schwach – Volumen unter Durchschnitt
Am Freitag schloss die Aktie bei 7,75 US-Dollar. Damit liegt sie weit unter dem 52‑Wochen-Hoch von 23,20 US-Dollar aus dem Oktober 2025. Intraday rutschte der Kurs bis auf 7,66 US-Dollar. Auffällig: Mit rund 2,5 Mio. Aktien lag das Handelsvolumen klar unter dem Durchschnitt von etwa 4,5 Mio.
Der Rückgang reiht sich in einen länger laufenden Abwärtstrend ein: Über ein Jahr ging es laut Bericht um rund 16% nach unten, über fünf Jahre sogar um 97%. Um die Nasdaq-Vorgaben einzuhalten, setzte Tilray Anfang Dezember 2025 zudem einen 1:10-Reverse-Split um.
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Verwässerung und gemischte Quartalsdaten
Ein zentraler Belastungsfaktor bleibt die Verwässerung: Seit dem Handelsstart in den USA (Juli 2018) stieg die Aktienzahl laut Bericht um 495% – genutzt zur Finanzierung von Übernahmen und des laufenden Geschäfts. Das drückt langfristig auf die Rendite, selbst wenn das operative Geschäft zwischenzeitlich Fortschritte zeigt.
In den jüngsten Zahlen meldete Tilray für das 2. Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Rekordumsatz von 217,5 Mio. US-Dollar (plus 3% zum Vorjahr). Dabei stiegen die internationalen medizinischen Cannabis-Umsätze um 36%, während das Getränkesegment um 21% auf 50,1 Mio. US-Dollar zurückging.
Operativ gab es Licht und Schatten: Der operative Verlust verringerte sich auf 22,3 Mio. US-Dollar (zuvor 42,2 Mio.), unterstützt durch geringere Restrukturierungskosten und rund 19 Mio. US-Dollar weniger Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte. Gleichzeitig sank der Bruttogewinn um 6% auf 57,5 Mio. US-Dollar.
Laut Daten liegt die Marktkapitalisierung bei rund 903 Mio. US-Dollar, die 52‑Wochen-Spanne bei 3,51 bis 23,20 US-Dollar, das Verschuldungsgrad-Verhältnis (Debt-to-Equity) bei 0,19.
Analysten: vorsichtig, Kursziel deutlich gesenkt
Bei den Analysten dominieren derzeit zurückhaltende Töne. Wall Street Zen stufte die Aktie gestern von „Sell“ auf „Hold“ hoch. Zuvor startete Canaccord Genuity die Beobachtung mit „Hold“. Roth MKM blieb bei „Neutral“, senkte das Kursziel jedoch deutlich von 20 auf 10 US-Dollar.
Tilray bestätigte zuletzt die Prognose für das bereinigte EBITDA im Geschäftsjahr 2026 von 62 bis 72 Mio. US-Dollar. Der nächste Ergebnisbericht wird für Anfang April (geschätzt 8. April) erwartet – dann wird sich auch zeigen, ob sich die operative Verbesserung fortsetzt und ob das schwächere Getränkegeschäft wieder stabilisiert.
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