Startseite » News zu Unternehmen » Analystenstimmen » Tilray Aktie: TD Securities gegen Wall Street Zen

Tilray Aktie: TD Securities gegen Wall Street Zen

Tilray übertrifft Umsatzprognosen, verfehlt Gewinnerwartungen jedoch deutlich. Analystenurteile und Kursziele streuen stark, während BrewDog-Probleme die Getränkesparte belasten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatz übertrifft Erwartungen deutlich
  • Verlust je Aktie höher als prognostiziert
  • Analystenmeinungen stark gespalten
  • BrewDog-Datenschutzbeschwerden belasten

Selten fielen die Einschätzungen zu einer Aktie so konträr aus wie bei Tilray Brands in dieser Woche. Am Freitag stufte TD Securities das Papier auf „Strong Buy“ hoch – am selben Tag senkte Wall Street Zen sein Rating auf „Sell“. Dazwischen liegen enttäuschende Zahlen, ein überraschender Kurssprung und ein Streit um die Bierdivision des Konzerns.

Umsatzsprung, aber Verlust deutlich größer als erwartet

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 übertraf Tilray die Umsatzerwartungen klar: 281,71 Millionen US-Dollar standen einem Konsens von 246,30 Millionen Dollar gegenüber. Der Verlust je Aktie fiel jedoch mit 0,43 Dollar weit größer aus als die von Analysten erwartete Marke von nur 0,01 Dollar. Medienberichten zufolge hatte die Aktie bereits vorbörslich unter Druck gestanden, weil Tilray damit im zweiten Quartal in Folge sowohl bei Umsatz als auch bei Gewinn hinter den Erwartungen zurückblieb. Im Tagesverlauf drehte das Papier jedoch ins Plus und schloss am Freitag an der Nasdaq deutlich höher.

Auch in Toronto zeigte sich die Erholung: Der Titel schloss am Freitag bei 6,34 kanadischen Dollar, ein Plus von 7,64 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht sogar ein Zuwachs von 15,48 Prozent zu Buche – ein deutliches Signal, dass Anleger die Zahlen trotz des verfehlten Gewinns nicht durchweg negativ bewerten.

Analystenlager driften auseinander

Die Reaktionen der Analysehäuser fielen entsprechend uneinheitlich aus. TD Securities sieht in der Aktie nach der Hochstufung nun einen klaren Kauf, während Wall Street Zen und Weiss Ratings das Papier auf „Sell“ beziehungsweise „Sell (E+)“ setzen. Jefferies bekräftigte zwar seine Kaufempfehlung, senkte das Kursziel aber auf 19 Dollar und begründete dies mit einer schwächeren EBITDA-Prognose für das Geschäftsjahr 2027: Tilray stellt hier 68 bis 75 Millionen Dollar in Aussicht, während der Marktkonsens bei 84 Millionen Dollar liegt.

Noch deutlicher fiel die Skepsis bei TD Cowen aus, das sein Kursziel auf 5 Dollar kappte. ATB Cormark senkte seine Zielmarke leicht auf 9 Dollar, während Roth Capital das Papier neu auf „Buy“ mit einem Kursziel von 10 Dollar hochstufte. Der Analystenkonsens läuft derzeit auf „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 11 Dollar hinaus – eine Spanne, die von tiefer Skepsis bis zu ausgeprägtem Optimismus reicht und die Unsicherheit über die weitere Entwicklung widerspiegelt.

Auffällig war zudem eine ungewöhnlich hohe Optionsaktivität rund um die Zahlen: Mehr als 23.500 Call-Optionen wechselten den Besitzer, ein Anstieg von rund 82 Prozent gegenüber dem üblichen Volumen. Das deutet auf spekulatives Interesse hin, das die Kursbewegungen der vergangenen Tage zusätzlich verstärkt haben dürfte. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 45,81 Prozent bleibt der Titel entsprechend schwankungsanfällig, auch wenn der RSI von 54,5 derzeit keine extreme Über- oder Unterbewertung anzeigt.

Ärger um BrewDog belastet die Getränkesparte

Neben den Quartalszahlen sorgt auch die zu Tilray gehörende Brauerei BrewDog für Schlagzeilen. Mitgründer James Watt sieht sich mit Beschwerden nach der europäischen Datenschutzgrundverordnung konfrontiert, weil er frühere Aktionäre offenbar ohne deren Zustimmung kontaktiert haben soll, um Unterstützung für ein Rückkaufangebot zu sammeln. Hintergrund ist der finanzielle Kollaps von BrewDog unter einer Schuldenlast von rund 500 Millionen Pfund, von dem rund 200.000 Crowdfunding-Investoren betroffen waren. Tilray selbst hat eine Veräußerung der Marke bereits ausgeschlossen und betont, niemals Zugriff auf Aktionärsdaten gehabt zu haben. Eine mögliche Entscheidung der britischen Datenschutzbehörde ICO könnte hier richtungsweisend werden.

Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet knapp 484 Millionen Euro bleibt Tilray damit ein Unternehmen im Spannungsfeld zwischen operativer Verbesserung im Kerngeschäft und anhaltenden Zweifeln an der Profitabilität – ein Bild, das sich auch in der ungewöhnlich breiten Streuung der Analystenmeinungen widerspiegelt.

Anzeige

Tilray-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Tilray-Analyse vom 2. August liefert die Antwort:

Die neusten Tilray-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Tilray-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Tilray: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Tilray

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.